Freizeit

Wildpark "Tiergarten Weilburg"

Muffelwild (Ovis ammon musimon)

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Weilburg, Tiergarten: Muffelwidder

Die Wildschafe entwickelten sich vor ca. 15 Millionen Jahren in den Bergen Zentralasiens. In verschiedenen Typen verbreiteten sie sich dann bis zu den Eiszeiten über Asien und Europa. Das Muffelwild erlag dann jedoch der mit der  Klimaveränderung einhergehenden Vereisung und es überlebten nur die Wildschafe, die vorher von Kleinasien aus über die bestehende Landbrücke nach Korsika und Sardinien gelangten. Bis in das 16. Jahrhundert war ihr Vorkommen dann auf die beiden Inseln beschränkt, wo sie in den trockenen und zerklüfteten Gebirgsketten mit ihrem lückenhaften Baum- und Strauchbestand lebten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war ein starker Rückgang der Bestände in ihrer Heimat durch übermäßig starke Bejagung zu verzeichnen und zum Anfang des 20 Jahrhunderts wurde mehrmals ein Verbot der Jagd auf Muffelwild  erlassen.

Das Muffelwild gehört zur Ordnung der Paarhufer, Unterordnung Wiederkäuer, Familie Hornträger (Boviden), Unterfamilie Böcke oder Ziegenartige, Gattung Muffelwild (neben den Gattungen Gämsenartigen und Steinwild). 

Die Ansiedlung des Mufflonwildes auf dem Festland wird in das Jahr 1566 datiert, denn bei Erbauung des Renaissance-Schlosses "Neugebäude" in der Wiener Simmeringer Heide durch Kaiser Maximilian II. wurde auch ein so genannter "Vasen- und Mufflongarten" eingerichtet. Prinz Eugen von Savoyen hielt vor 1731 korsische Mufflons im Tierpark Belvedere bei Wien, von wo aus Tiere in das kaiserliche Jagdgebiet bei Lainz gebracht wurden. 1780 wurden Mufflons im Apennin bei Casentino auf Anweisung von Großherzog Leopold von Toscana in die Wildbahn entlassen.
1902 ließ Graf von Seidlitz-Sandretczki Mufflons im Eulengebirge (früheres Schlesien) aussetzen.
Der Hamburger Kaufmann Oskar Louis Tesdorpf bürgerte auf Anregung von Alfred Brehm, dem Direktor des Zoologischen Gartens, 1902/03 Muffelwild im preußischen Forstamtsbezirk Göhrde aus und 1906 im Bezirk des Forstamts Harzgerode im Harz.
Um 1935 wurden einige Mufflons in den Tiergarten Weilburg verbracht. Fast alle setzten jedoch über die 2 m hohe Mauer und verschwanden im Wald.

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Weilburg, Tiergarten: Muffellamm

Das zu den Wildschafen zählende Mufflon hat ein kurzes, braunrotes Sommerfell. Spiegel, Bauchunterseite, die Unterseite der Beine     und die Schnauze sind grauweiß. Das Winterfell ist lang und sehr dicht. Die Widder besitzen zu beiden Seiten des Rückens eine weiße Zeichnung, den sog. Sattelfleck. Im Alter von etwa einem Monat beginnen beim Widderlamm die schneckenartigen Gehörne zu wachsen. Mit dem 1. Lebensjahr weist das Widdergehörn, die Schnecke, eine Länge von ca. 20 cm auf. In den Wintermonaten wird das Gehörnwachstum wie bei allen Gehörn tragenden Wildarten eingestellt. Das stärkste Wachstum weist das Gehörn im 2. Lebensjahr auf. Ab dem 5. bis 6. Lebensjahr geht das Längenwachstum stark zurück. Die Schnecke kann bei alten Widdern eine Länge von über 80 cm erreichen und bis zu einer fast vollständigen Rundung wachsen. Das Alter des Muffelwidders kann an den Jahresringen abgezählt werden. Das Muffelschaf trägt keine Schnecke, ganz selten jedoch kleine Hornstummel.

Die Paarungszeit ist Oktober bis Dezember. Nach einer Tragezeit von ca. 22 Wochen setzt das Mutterschaf ein Lamm (selten 2 Lämmer) im April/Mai. Die Tiere werden im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif.

Muffelwild erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 110 cm bis 130 cm, eine Schulterhöhe von 65 cm bis 90 cm und ein Gewicht zwischen 25 kg und 50 kg. In der Gefangenschaft werden Muffelschafe bis zu 16 Jahre alt, in freier Wildbahn liegt die Lebenserwartung jedoch niedriger.

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Weilburg, Tiergarten: Muffelschafe

Muffelwild ernährt sich überwiegend von Gräsern, es kann aber lange auch mit schlechter Gras,- Heide-, Flechten- und Krautäsung auskommen. Das Wild ist tagaktiv und lebt gesellig in Rudeln, wobei sich ältere Widder zu Trupps zusammenschließen. Der Lebensraum von Mufflons sind Laub- und Mischwälder mit Lichtungen und Wiesen in Hanglagen, möglichst mit felsigem, steinigem Untergrund.