Sehenswert in Weilburg
Straßen, Gassen, Häuser
Bogengasse
Durchgang der Bogengasse am Marktplatz
Gegenüber vom Rathaus/der Parkdeckzufahrt in der Mauerstraße, führt die Bogengasse zum Marktplatz. Ihren Namen verdankt sie den früher vorhandenen überbauten Zugängen von der Mauerstraße und vom Marktplatz. Von diesen beiden früheren Zugängen ist heute nur noch der Bogendurchgang vom Marktplatz zur Bogengasse vorhanden. Zwar nicht durch einen steinernen Bogendurchgang wie am Marktplatz, aber auch durch einen überbauten Durchlass, erfolgte der Zugang von der Mauerstraße in die Bogengasse.
Die von einem Haus überbaute Durchfahrt an der Mauerstraße verschwand mit dem 1905 erfolgten Abriss dieses und zweier weiterer Giebelhäuser in der Mauerstraße, die dem Neubau des Hauses Mauerstraße 9 weichen mussten.
Historisch bemerkenswerte Bauten in der Bogengasse sind die Häuser Nr. 2/4 und Nr. 8. Diese Gebäude stehen unter Denkmalschutz, ebenso das Haus Bogengasse 7.
Das aus Bruchsteinmauerwerk errichtete Haus Nr. 2/4 wurde in den Jahren 1783 - 1785 als Husarenkaserne (Gendarmerie des Amtes, sog. Kleine Landpolizei) unter Bauinspektor Johann Ludwig Leidner erbaut und am 01.03.1786 bezugsfertig. Es war Wohn- und Dienstgebäude für zwei Offiziere, einen Unteroffizier und 32 Gemeine. Dazu kam eine Stallung für 36 Pferde, die im Hof hinter der Kaserne und schräg zu dieser errichtet wurde. Eine Toreinfahrt, über die der Zugang zum Kasernenhof erfolgte, teilte das Gebäude in zwei Hälften. Das Obergeschoss wurde über Treppen seitlich der Toreinfahrt erreicht.
Zugang zur Bogengasse von der Mauerstraße (Abriss 1905).
(Zeichnung aus 1933 nach Ansichtskarte)
Ein Gebäudeteil der ehemaligen
Husarenkaserne, Haus Bogengasse 4
1803 wurde die Kaserne von den Husaren geräumt und Kaserne und Stallung zum Amts- und Renteihaus umgebaut. Der Hausflügel links der Toreinfahrt wurde dem Amtmann als Wohnung zugewiesen, der rechte Flügel dem Rentmeister. Der bisherige Stall erhielt ein Bogenportal als Eingang und es wurden Räume für die Amtsverwaltung eingerichtet.
Die Husarenkaserne wurde 1829 an den Bierbrauer Karl Rosenkranz verkauft. Die Durchfahrt wurde zugemauert, wodurch der Zugang zum Kasernenhof bzw. zu dem noch dort befindlichen Amtshaus durch die Torfahrt des Gesellschaftshauses in der Mauerstraße führte.
Der ehemalige Pfarrhof, Haus Bogengasse 8
Der Hausteil Bogengasse 2 wurde 1843 von der jüdischen Kultusgemeinde Weilburg erworben, die 1845 dort ihre Synagoge einweihte. Zerstörungen in der Reichspogromnacht 9./10.11.1938 entging das Gebäude, da es schon vor 1938 in den Besitz der Fa. August Hatzfeld übergegangen war.
Auf dem Grundstück Bogengasse 8 befindet sich heute die Gaststätte "Bürgerhof". Hier stand früher der Pfarrhof. Ob sich hier auch die alte Stiftsschule mit der Wohnung des Schulmeisters befand (lt. Spielmann, gest. 1917) ist nicht eindeutig belegt. Der 1981 verstorbenen Heimatforscher Wehrum vermutet die Stiftsschule in der Schulgasse 9, gegenüber dem Biergarten der Gaststätte "Bürgerhof".
Das ehem. Stallgebäude im Hof der früheren Husarenkaserne
(Links die Rückseite des Hauses Bogengasse 4)
Das im Kern spätbarocke Gebäude trägt eine Keilsteinplatte über dem Holzrahmenportal mit der Jahreszahl 1759.
Im 19. Jahrhundert wurde der ursprüngliche Sichtfachwerkbau um einen Traufenteil an der Bogengasse erweitert und die Fassade wurde neu gestaltet. Die reformierte Kirchengemeinde verkaufte das Gebäude 1804. Der Bierbrauer Karl C. Rosenkranz richtete im Jahr 1887 eine Gaststätte und Brauerei ein.
Das Grundstück Bogengasse 3 wurde um 1900 von der evangelischen Kirchengemeinde Weilburg erworben. Diese errichtete hier einen Kindergarten mit Wohnungen für zwei Diakonissen. Die Kindergarteneinweihung war am 23.04.1903. (Eröffnung einer "Kinderschule" in Weilburg am 04.08.1873 in der Schwanengasse). Das Haus Bogengasse 5 wurde ebenfalls um 1900 von Metzgermeister C. Kremer errichtet.
Bogengasse 5 und 3 (von rechts oben),
links Bogengasse 8
Bogengasse 7 an der Ecke zur Schulgasse.
Das Haus Bogengasse 7 steht als Eckhaus an der Kreuzung Bogengasse/Schulgasse. Der rückwärtige Teil ragt in die Schulgasse hinein. Es handelt sich ursprünglich um einen Sichtfachwerkbau der auf einem Bruchsteinsockel ruht. Einen deutlichen Überstand auf drei Seiten zeigt das Obergeschoss. Erbaut wurde das Gebäude um 1700.
