Sehenswert in Weilburg

Weilburger Denkmäler

Weilburger Stadtpfeifer-Skulptur

Weilburg, Skulptur des Weilburger Stadtpfeifers

Skulptur des Weilburger Stadtpfeifers

Am Ende der Mauerstraße und am Beginn der Vorstadt findet sich an der Ausfahrt vom oberen Parkdeck die kleine Anlage "Berliner Pankgrafen-Platz" mit dem Pankgrafenstein. 1999 wurde hier auch eine Skulptur aufgestellt, mit der an die Weilburger Stadtpfeifer erinnert wird.

Zu Füßen der lebensgroß gestalteten Bronzeskulptur befindet sich eine Tafel mit der Aufschrift:

STADTPFEIFER
ZU WEILBURG AN DER LAHN

DIE SKULPTUR WURDE 1997/98 von der
WEILBURGER BÜRGERIN ROSEMARIE SCHMITT
GESTIFTET,

GESCHAFFEN VON CILLY BREUERS;
MENGERSKIRCHEN

Ein literarisches Denkmal setzte den Stadtpfeifern bereits  Wilhelm Heinrich Riehl in seiner 1847 erschienenen kulturhistorischen Novelle "Der Stadtpfeifer", deren Handlung im Weilburg des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist. Den Text dieser Novelle und weitere Texte von Riehl finden Sie im Abschnitt "Literarisches" auf der Auswahlseite zu "Riehls Novellen".

Stadtpfeifer genannt wurden die Schlosstürmer und Stadtmusikanten in Weilburg. Erstmals erwähnt wird ein Schlosstürmer 1597, der letzte schriftliche Beleg ist datiert vom 4. März 1812.

Weilburg, Tafel der Stadtpfeifer-Skulptur

Tafel der Stadtpfeifer-Skulptur

Die Wohnung der Stadtpfeifer befand sich auf dem Pfeiferturm im Schlosshof und deren Haupttätigkeit war zu Beginn das Amt des Turmwächters, woraus auch der Hauptverdienst bezogen wurde. Ab etwa 1750 trat das Amt des Stadtmusikanten mehr in den Vordergrund.

Aufgaben und Umfang der Tätigkeiten waren genau geregelt. Bei Tag und Nacht musste er Umschau halten, alle Viertelstunde um den Turm gehen und in der Nachtzeit auf zwei Seiten des Turms in sein Horn stoßen. Bei Ausbruch eines Feuers hatte er eine Glocke zu läuten und jede volle Stunden musste er richtig anschlagen.

Der Stadtpfeifer hatte vormittags um elf Uhr und abends um acht Uhr mit seinen (mindestens drei) Gesellen einen Choral blasen, er war verpflichtet in den Hofkonzerten mitzuwirken und in der Kirche unter der Leitung des Kantors zu musizieren und musste alle Konzerte im Gymnasium mit seinen Gesellen bestreiten. Ebenso bestand die Verpflichtung Musikunterricht am Gymnasium zu erteilen,

"in den öffentlichen Lehrstunden der Gymnasiasten auf dem Tanzboden unentgeltlich aufzuspielen"

und auch Privatunterricht in Musik zu geben. An den Kirmestagen musste der Stadtpfeifer für die Bürgerschaft auf dem Ausmarsch und Rückweg die Musik machen und zum Tanz spielen.

Die musikalischen Anforderungen, der Grad ihrer musikalischen Ausbildung und die Stellung als Gesangslehrer am Gymnasium führten dazu, dass die Stadtpfeifer den Turmwächterdienst ungern ausübten und dieser sie auch hinderte, die kärgliche Besoldung durch Nebenerwerb aufzubessern. So ließen sie den Wachdienst auf dem Turm durch Mietwächter ausführen und wohnten auch nicht mehr dort. Insgesamt führte die Verquickung der Ämter von Turmwächter und Stadtmusikant sowie der Einsatz von Mietwächtern zu Konflikten mit der Bürgerschaft und häufig zu Auseinandersetzungen zwischen Stadtpfeifer und Stadt.


Quellenangabe:
Geschichte der Bürgerschaft und der ... "
s. Abschnitt "Quellenangaben", "Literatur"