Sehenswert in Weilburg

Bergbau- und Stadtmuseum

Bergbau- und Stadtmuseum

In der Kanzlei, dem ehemals fürstlich-nassauischen Regierungsgebäude am Schlossplatz, befindet sich das Bergbau- und Stadtmuseum der Stadt Weilburg.

Die Gründung des Stadtmuseums geht zurück auf Anregungen im Jahr 1906, dem Jahr der Tausendjahrfeier der Stadt Weilburg. Aber erst im Jahr 1911 bildete sich der Verein Heimatmuseum; die Stadt Weilburg fungierte als Unternehmerin des Museums. Den Grundstock für die erste Ausstattung bildeten Archivbestände aus dem Besitz der Stadt sowie Leihgaben und Schenkungen Weilburger Bürger.

Die Eröffnung des Heimatmuseums erfolgte im Frühjahr 1914 im Haus Marktplatz 7. Nach mehren Umzügen hat das Museum seit 1948 sein Domizil am heutigen Platz.

Weilburg, Museumsgebäude am Schloßplatz

Museumsgebäude am Schloßplatz

Vor dem Hintergrund der Stilllegung zahlreicher Erzgruben im Lahn/Dillgebiet erfolgte zum Ende der 1960er-Jahre eine Erweiterung des Heimatmuseums um eine Abteilung zur Geschichte des Bergbaus im Weilburger Raum. Diese Abteilung wurde weiter ausgebaut. Am 18.09.1972 wurde zugleich mit der Eröffnung des ersten hessischen Bergbaumuseums ein Schaustollen mit Originalgerät eröffnet.

Seit 1991 firmieren Heimat und Bergbaumuseum unter der Bezeichnung "Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg.

 Als weitere Abteilung des Museums besteht seit 1992 "Kleine Kabinett". Dort werden zu historischen und aktuellen Themen, insbesondere aus dem Bereich der bildenden Kunst, Wechselausstellungen gezeigt.

Kontaktangaben, Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Infos rund um das Museum auf dessen Homepage: www.museum-weilburg.de.

Bergbaumuseum

Weilburg war einst Mittelpunkt des Bergbaus im Gebiet von Lahn und Dill. Vor hundert Jahren lebten die Menschen dieser Region noch überwiegend vom Bergbau und noch bis Mitte der 1930er-Jahre wurden im Lahn-Dill-Gebiet fast fünfzig Eisenerzgruben betrieben. Heute fördert in Hessen keine einzige Grube mehr Eisenerz. So dokumentiert das Bergbaumuseum heute "nur noch" die Geschichte des Bergbaus im Gebiet von Lahn und Dill und hält die Erinnerung an diese Zeit lebendig.

Weilburg, Mineraliensammlung im Schaustollen

Mineraliensammlung im Schaustollen

Ausstellungsrelevant sind:

  • Eisenerzbergbau,
  • Tonbergbau,
  • Dachschieferbergbau,
  • Phosphoritbergbau,
  • Grubenrisse und Grubenbilder,
  • Fördermittel des Bergmanns,
  • Bohr- und Sprengarbeit,
  • Grubenrettungswesen,
  • Markscheidekunst,
  • Grubengeleucht,
  • Geologie des Weilburger Landes,
  • Mineralien.

Eine Schaustollenanlage zeigt ein nachgebautes Eisenerzbergwerk, in dem der Abbau von Eisenerz dargestellt wird.

Weilburg, Im Museum nachgestellter Arbeitsplatz im Eisenerzbergbau

Im Museum nachgestellter Arbeitsplatz im Eisenerzbergbau

"Echte" Grubenatmosphäre bietet der "Tiefe Stollen". Hier wird, auf einer Länge von ca. 200 m, in einem naturgetreu nachgebauten Bergwerk mit betriebsbereiten Maschinen den Besuchern die Atmosphäre unter Tage nahe gebracht. Hautnah sind hier Informationen zu Schachtausbau, Fördereinrichtungen, Füllort, Streckenausbau, Lademaschinen, Schrapperabbau, Signal- und Fernsprechanlagen erfahrbar.

Der "Tiefe Stollen" war bis 1991 nur im Rahmen von Führungen zugänglich, kann seitdem aber auch außerhalb einer Führung von Einzelpersonen besichtigt werden. Für eine Gruppenbefahrung ist eine Anmeldung erforderlich.

Stadtmuseum

Das als Heimatmuseum gegründete Stadtmuseum informiert über die Geschichte der Stadt Weilburg und ihrer Umgebung. Dabei sind die besonderen Schwerpunkte:

  • Vor- und Frühgeschichte des Weilburger Landes,
  • Stadtentwicklung,
  • Weilburger Steingut,
  • Gerichtswesen,
  • Begegnungen Weilburgs mit der frühen Luftschifffahrt,
  • Historische Stadtansichten,
  • Münzen und Medaillen,
  • Apotheke "Zum Engel" von 1819,
Weilburg, Im Museum ausgestelltes Operationsbesteck

Im Museum ausgestelltes Operationsbesteck

Der die Stadtgeschichte umfassende Zeitraum reicht vom Jahr 906 (erste urkundliche Erwähnung Weilburgs) bis zum Jahr 1974 (kommunale Gebietsreform mit Eingemeindung von zehn bis dahin selbstständigen Gemeinden).

Zusammen mit der umfassenden Renovierung des gesamten Museums seit Mitte der 1990er-Jahre, wurde die zuvor themenbezogene Präsentation der Exponate aufgegeben  und ein Ausstellungskonzept realisiert, das die Stadtgeschichte in ihrem chronologischen Ablauf zeigt. Dabei  beschränkt sich die Darstellung nicht auf die Abfolge geschichtlicher Daten, sondern stellt auch die Lebensumstände der Bevölkerung dar.

Weilburg, Alte Einrichtung der Engel-Apotheke

Alte Einrichtung der Engel-Apotheke

Ausgewählte Lebensbereiche wie z. B. das Marktrecht, die Gerichtsbarkeit oder die medizinische Versorgung werden mit Text- und Bildinformationen erläutert und durch die Präsentation von Ausstellungsstücken ergänzt. Ebenso aber erhalten wichtige und interessante Einzelereignisse in Weilburgs 1100-jähriger Geschichte die ihnen gebührende Darstellung. Dazu zählen u. a. die Weilburg gewährten Stadtrechte, die Bautätigkeiten unter Graf Johann Ernst, der Weilburger Kadettenmord im Jahr 1827, Informationen über Henriette von Nassau-Weilburg (sie heiratete 1815 Erzherzog Karl von Österreich und soll den Brauch des geschmückten Weihnachtsbaums in Österreich eingeführt haben) und über den in Weilburg aufgewachsenen Heinrich von Gagern, Präsident des Parlaments in der Frankfurter Paulskirche. Anschaulich dokumentiert werden u. a. auch der Bau des Weilburger Schiffstunnels und das Zusammentreffen Weilburgs mit der frühen Luftfahrtgeschichte, darunter auch dem Absturz des Zeppelins Z II im Jahr 1910 in Weilburg.

Weilburg, Urkunde des Grafen Johann Ernst

Urkunde des Grafen Johann Ernst

Der Rundgang durch das Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg mit seinen Exponaten frühgeschichtlicher Gräberfunde und den am Zeitablauf orientierten stadtgeschichtlichen Präsentationen, ist eine informative und spannende Reise durch die Geschichte Weilburgs.