Sehenswert in Weilburg
Schlossanlagen
Schlossgarten und Gebück
Untere Orangerie
Untere Orangerie im Schlossgarten
Die Untere Orangerie stellt als eingeschossiger Terrassenbau zusammen mit den beiden seitlichen Freitreppen die Verbindung von der oberen zur unteren Gartenterrasse dar. Sie wurde im Zusammenhang mit der Anlage der unteren Schlossgartenterrasse in den Jahren 1710-1714 erbaut. Wie mit der gesamten Neuanlage des Schlossgartens war auch mit ihrem Bau der Hofarchitekt Rothweil betraut, dem die Versailler Orangerie als Vorbild diente.
Der durch die untere Orangerie und die seitlichen Marmortreppen überbrückte Höhenunterschied beträgt 7,50 m. Die Orangerie wurde als Gewächshaus genutzt und diente zur Überwinterung kälteempfindlicher Pflanzen. Mit ihrem Bau wurde die teilweise Nutzung der oberen Orangerie als Überwinterungsraum entbehrlich, was vermutlich auch ein wesentlicher Grund für die Entscheidung zum bau dieser Orangerie war.
Die untere Orangerie beherbergt heute das Schloss-Café, in den Wintermonaten dient sie noch immer zur Unterbringung der Kübelpflanzen.
Untere Orangerie mit Dachterrasse zum oberen Schlossgarten
Zusätzlich zur Orangerie entstand 1711-1712 ein für die An- und Nachzucht der Pflanzen genutztes Treibhaus oder Orangenhaus, das in der Nähe des Stadtturms stand, dort wo sich der Treppenabgang zum Landtor befindet. Dieses Treibhaus bestand sicherlich bis um 1778, wann es niedergelegt wurde ist nicht bekannt.
Zusätzlich zu dem 1711/12 erstellten Gewächshaus wurde schon im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts ein zweites erforderlich. Dieses Glashaus ließ Fürst Karl August 1727 am Stadtturm erstellen. Das Gewächshaus war fast 20 m lang, über 5 m hoch und besaß 25 Glasfenster, vor denen in der Balkenkonstruktion verschiebbare Läden angebracht waren. Für den Gärtner befand sich in dem Haus eine kleine Wohnung und um das Gebäude herum zog sich ein Blumengarten. Dieses Glashaus bestand für etwa 200 Jahre und wurde erst im Zusammenhang mit der 1934 einsetzenden Neugestaltung des Schlossgartens niedergelegt.
