Sehenswert in Weilburg
Schlossanlagen
Schlossgarten und Gebück
Untere Schlossgartenterrasse
Untere Gartenterrasse
Ihre besondere Prägung erhält die untere Gartenterrasse durch ihre Geschlossenheit, die sie aus den beiden hohen seitlichen Mauern und den nördlichen Abschluss durch die untere Orangerie, bezieht und den im Gegensatz dazu sich ergebenden freien Blick in das Lahntal im Süden.
Der zwischen unterer und oberer Gartenterrasse des Schlossgartens bestehende Höhenunterschied von ca. 7,50 m wird verkleidet durch die untere Orangerie, die beidseits von breiten Freitreppen aus Schupbacher Marmor flankiert wird und den Höhenunterschied überwinden.
Skulptur des Satyrs
Skulptur des Lurenbläsers
Die untere Gartenterrasse wurde in den Jahren 1713/14 als eine von Zierflächen unterbrochene und von Zierwegen durchzogene Rasenfläche gestaltet. Die Ränder waren mit Taxusbäumen bepflanzt, dazu wurden im Sommer auch die nicht winterharten Gewächsen aufgestellt. Den Mittelpunkt des Rasenparterres bildete ein Springbrunnen und zwei seitlich davon stehende mit Bronze überzogene Bleifiguren.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte eine Umgestaltung der unteren Gartenterrasse hin zu einem Landschaftsgarten und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dort die ursprüngliche Gestaltung einer barocken Gartenanlage weitestgehend verloren. Sie finden aus dieser Zeit einige Ansichtskarten unter Ansichten/Historische Fotos.
In den Jahren 1936 bis 1944 erfolgten im Schloss umfangreiche Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten zur musealen Umgestaltung der Schlosses unter der Leitung des Regierungsbaurats Karl Grabenhorst. Im Zuge dieser Arbeiten wurde nach Plänen von Georg Potente auch die Gartenanlage, hierbei vornehmlich die untere Gartenterrasse, rebarockisiert.
Den Mittelpunkt der unteren Schlossgartenterrasse nimmt das Ensemble des Springbrunnens und die beiden vergoldeten Statuen auf Marmorpostamenten zu dessen Seiten ein. Die Figur des Lurenbläsers wurde im Jahr 1713 angefertigt und stammt aus dem Skulpturenbestand des oberen Schlossgartens. Sie ist aus Blei gegossen und vergoldet. Bis 1998 bildete ihr Gegenstück die ebenfalls aus dem oberen Schlossgarten stammende Figur eines Zimbelspielers. Bei dieser ohne Innengerüst gegossenen Figur waren aber im Lauf der Jahre Verformungen aufgetreten, die ihre Sanierung erforderlich machten und die anschließende geschützte Unterbringung in der unteren Orangerie.
Untere Gartenterrasse
Den ehemaligen Platz des Zimbelspielers nimmt seit Mai 2001 ein Satyr mit Schallbecken und Fußklapper ein. Es ist der vergoldete Bronzeabguss einer Statue aus der Antikesammlung der Staatlichen Museen Kassel. Die originale Bronzestatue hatte Landgraf Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel 1756 aus dem Besitz der Marchesa Lucerzia de Signori da Passano in Genua für seine Sammlung erworben. Diese Statue war einer Marmorfigur aus der Mediceer-Sammlung in Florenz nachgebildet worden.
Untere Gartenterrasse, Sonnenuhr
An der offenen südlichen Seite befindet sich eine 1694 von dem Weilburger Steinmetz Balthasar Seyfert geschaffene Sonnenuhr, mit dem Wappen des Grafen Johann Ernst auf ihrer Oberseite. Die Sonnenuhr stand ursprünglich im oberen Schlossgarten vor dem Südflügel des Hochschlosses, wurde aber 1939 hier aufgestellt.
Auf der westlichen und östlichen Bastion am Südrand der unteren Gartenterrasse stehen heute Nachfolger der Linden, die "Kusslinde" genannt wurden und die beide einige Jahre nach dem 2. Weltkrieg Frühjahrsstürmen zum Opfer gefallen sind. Zur Bezeichnung der Linden s. die Erzählung "Die Kusslinde".
Etwa 5 m unterhalb der unteren Schlossgartenterrasse liegt eine weitere - allerdings wesentlich kleinere - Gartenterrasse (Parterre-Terrasse), so dass die untere Schlossgartenterrasse eigentlich die mittlere ist.
Von der unteren Gartenterrasse führt ein Tordurchgang am alten Stadtturm in die Turmgasse und ein Treppenabgang führt zur Parterre-Terrasse und zum Landtor am König-Konrad-Platz.
Untere Gartenterrasse, westliche Freitreppe
Untere Gartenterrasse, "Kusslinde" auf der östlichen Bastion
