Sehenswert in Weilburg
Schlossanlagen
Schlossgarten und Gebück
Sonnenuhr
Schlossgarten, Sonnenuhr auf der unteren Gartenterrasse
Die Sonnenuhr wurde 1694 von dem Weilburger Steinmetz Balthasar Seyfert aus Lahnkalkstein geschaffen. Das wulstförmige Kapitell, der sich nach oben und unten verjüngenden Säule, trägt ein kleines Postament, mit dem von drei Akanthusblättern umgebenen Kopf eines behelmten Jünglings, vielleicht eines griechischen Sonnengottes, an dessen Seiten zwei Voluten nach unten schwingen. Der Kopf stützt die in einem Winkel von 40 Grad geneigte Sonnenuhrplatte. Die Säule selbst steht auf einer achteckigen Steinplatte im Mittelpunkt einer runden Plattform, die von einem schmiedeeisernen Gitter umgeben ist.
Die mit einer barocken Umrandung versehene Platte trägt
das Reliefwappen des Grafen Johann Ernst mit einer fünfzackigen Krone.
An den Seiten wird der Wappenschild von zwei stilisierten Löwen umfasst.
Unterhalb des Wappenschilds ist Kriegsgerät dargestellt: Vier
Kanonenrohre mit Kugeln, dazu ein Pulverfass und zum Stopfen der Kanonen
benötigte Geräte. Auf den Steinfähnchen ist (links oben beginnend) zu
lesen:
NASSAW-SARBRUKKEN
Die Uhrzeiten werden durch den senkrecht zur Platte stehenden bronzenen Schattenstab angezeigt, wenn dessen Schatten auf die am Rand eingemeißelten römischen Ziffern fällt.
Bei Postament und Säule handelt es sich nicht mehr um die Originale. Die Sonnenuhr war beschädigt aufgefunden worden, nachdem im Jahr 1935 das Land Preußen das Weilburger Schloss von dem damaligen Besitzer, dem Großherzog von Luxemburg, erworben hatte. Das Postament und die Säule wurden 1937 in stilgerechter Weise ersetzt, als Schutz vor künftigen Beschädigungen wurde zusätzlich das, früher nicht vorhandene, Schutzgitter angebracht.
Die Sonnenuhr stand ursprünglich wahrscheinlich im oberen Schlossgarten, sie wurde im Zusammenhang mit der Neuanlage des Schlossgartens 1939 auf der unteren Terrasse aufgestellt.
