Sehenswert in Weilburg
Der Windhof
Park- und Gartenanlage
Im Zusammenhang mit dem Bau des Lustschlosses und dem landesherrschaftlichen Wirtschaftsgut Windhof wurden Park- und Gartenbereiche angelegt. Der dazu wahrscheinlich um 1720 angefertigte Plan ist betitelt mit PLAN GENERAL des Maisons et du Jardin du Windhoff de Son A. Smz. Monseigneur le Prince de Nassau-Weilburg. Gezeichnet wurde der Plan vermutlich von dem Hof- und Lustgärtner Johann M. Petri. Eine topografische Karte aus dem Jahr 1757 zeigt alle wesentlichen Elemente des Gartenplans von Johann M. Petri und bestätigt damit, dass dessen Plan nicht nur Entwurf war, sondern auch zur Ausführung gelangte. Auch Untersuchungen, die im Zusammenhang mit einer Projektarbeit der Universität Kassel 2004/2005 erfolgten, bestätigten Wegeanlagen nach dem Plan von Petri.
Park- und Gartenplan des Windhofs von Johann M. Petri
Quelle: HHStA Wiesbaden, 3011/5907 V
| Bezeichnung | Erläuterung |
|---|---|
| A |
Batiment ou corps de Logis Baukörper des Hauptgebäudes An dessen nördlicher und südlicher Schmalseite finden sich Rasenparterres mit je einem Springbrunnen in der Mitte. |
| B |
Pavillon Die vier Turmpavillonbauten an den östlichen und westlichen Enden der Längsbauten. |
| C |
Escuries Pferdeställe (Wirtschaftsgebäude) |
| D |
Bassin d’en la cour Wasserbecken Das Wasserbecken diente vor allem der Haltung von Wassergeflügel. |
| E |
Parterre de borderie Broderieparterre (Beetanlage mit symmetrischen Ziermustern) Entlang der Ostseite des Hauptgebäudes und dessen seitlichen Rasenparterres verläuft eine Allee, an die sich ein viergeteiltes Broderieparterre anschließt, in seiner Mitte ein Bassin mit Fontäne. |
| F |
Bassin Wasserbecken Das Wasserbecken mit Fontäne liegt in der Mitte des viergeteilten Broderieparterres. |
| G |
Terre Erde |
| H |
Couches pour de Melons Anzuchtkästen für Melonen Die hinter einer Mauereinfassung befindlichen Anbaufläche für Melonen befindet sich nördlich des Broderieparterres. |
| J |
Couches des champions Anzuchtkästen für Champions Die hinter einer Mauereinfassung befindlichen Anbaufläche für Champions befindet sich nördlich des Broderieparterres. |
| K |
Grange et escuries Scheune und Pferdestallung Die beiden kleinen Gebäude liegen westlich der Melonen- und Championanzuchten. |
| L |
Reservoir d’eau Wasserreservoir Wird in der Legende des Originalplans angegeben, ist aber im Plan nicht eingezeichnet. |
| M |
Bosquet ou Labirint Wäldchen oder Labyrinth Zusammen mit einer etwas breiteren Hauptachse führen zwei weitere Wegachsen westlich vom Hauptgebäude in das Boskett. Vier in Nord-Süd-Richtung verlaufende Wege queren diese drei Achsen, woraus sich unterschiedlich große Felder im Boskett ergeben. Die in diesen Feldern angelegten Wege bilden ein geometrisches Muster mit kleinen Plätzen an Wegenden oder im Wegeverlauf. Die Wege werden von Hecken begleitet. Mit Ausnahme eines kleinen Pavillons nahe der halbkreisförmigen Parterrefläche sind keine weiteren Gebäude oder gestaltete Anlagen vorhanden. |
| N |
Jardin potager Gemüsegarten Ein von Bäumen gesäumtes Wegkreuz teilt den Gemüsegarten in vier Felder. |
| O |
Bassin Wasserbecken Der achteckige Teich liegt zwischen den Feldern des Gemüsegartens und den Obstanbauflächen. Er ist mit einer Mauer eingefasst und eine Allee führt um den Teich. |
| P |
Isle Insel Die –wie der Teich– achteckige und durch eine Mauer eingefasste Insel ist über einen Steg erreichbar. Eine Heckenpflanzung umzieht den Inselrand. |
| Q |
Maison de Plaisance Lusthaus In der Inselmitte befindet sich das ebenfalls achteckige Lusthaus. |
| R |
Terrasse Terrasse Im Plan als Terrasse gekennzeichnet ist die am Südrand des Obst- und Gemüsegartens in Ost-West-Richtung verlaufende Allee. |
| S |
Plantage des arber fruitier Obstgarten Ein von Bäumen gesäumtes Wegkreuz teilt den Obstgarten in vier Felder. |
| T |
Berceau de trellage Rankgerüst Die seitlich des Hauptgebäudes befindlichen Rasenparterres werden durch Rankgerüste an ihrer Nord- bzw. Südseite begrenzt. |
| U |
Allées Alleen Südlich des Windhofs führten drei Alleen zur „Landstraße nach Wetzlar und Frankfurter“. Die mittlere führte auf einen Alleenstern zu, von dem acht Alleen ausgingen und so Verbindungen zu den drei Hauptalleen bzw. der „Landstraße …“ schufen, s. Abb. 12. Einziger Restbestand dieser Alleenanlage ist die heutige Johann-Ernst-Straße. |
| V |
Terre laburee Ackerland |
