Presseberichte zu Weilburg

Vermischtes

Weilburger Tageblatt vom 19.07.2000

Auch die Stadt ist daran beteiligt

Kahlschlag am "Flums Berg": Die Bahn saniert ihr Wasserreservoir

Weilburg (zf). Auf den ersten Blick schaut er von unten aus wie ein altes Fort, der Altan (italienisch für Balkon) des Wasserreservoirs der Bahn auf Flums Berg gegenüber dem Weilburger Bahnhof.

Weilburg, Lahn, Sanierung Wasserreservoir Flums Berg; WT v. 19.07.2000; Foto: Zimmermann

Wie ein altes Fort thront der Balkon der Wasserversorgung der Bahn auf Flums Berg.

Jahrzehntelang war das Bauwerk von der Bahnhofstraße kaum zu sehen, da völlig zugewachsen. Erst als jetzt der darunter liegende Hang abrasiert und mit Netzen gesichert wurde kam es "wieder zum Vorschein".

Aus Sicherheitsgründen hat sich die Bahn zu dem Kahlschlag am Hang entschlossen, bekräftigt Weilburgs Erster Stadtrat Hans Bruchmeier.

Die Stadt ist als Eigentümer eines schmales Streifens am Hang übrigens auch beteiligt und lässt sich die Sicherung rund 18 000 Mark kosten.

Der Altan wird ebenfalls saniert und wird nach Abschluss der Arbeiten auch wieder mit Bänken versehen und als beliebter Ruheplatz zur Verfügung stehen.

Die Weilburger Bahnhofsanlage war zwischen 1910 und 1920 erweitert und umgestaltet worden, nachdem ab 1895 durch die Weiltalbahn die Verbindung mit Frankfurt hergestellt worden war und die Kapazität des Güterschuppens und der Ladestraße nicht mehr ausreichte.

Neben einer erheblichen Erweiterung der Gleisanlagen entstand ein neuer Güterbahnhof mit Abfertigungsgebäude und Verladerampe und auf der westlichen Seite des Empfangsgebäudes in der Nähe der Eisenbahnbrücke ein geräumiger Lokomotivschuppen mit einer Drehscheibe davor.

Weilburg, Lahn, Sanierung Wasserreservoir Flums Berg; WT v. 19.07.2000; Foto: Zimmermann

Durch den abrasierten Hang ergeben sich von oben völlig neue Perspektiven (Fotos: Heinz Zimmermann)

Weilburg, Lahn, zur Zeit gesperrter Fußweg an Flums Berg; WT v. 19.07.2000; Foto: Zimmermann

"Durchgang verboten" heißt es noch geraume Zeit an dem Fußweg am Flums Berg.

Zur Versorgung der Lokomotiven (sechs standen hier ständig für die Weiltalstrecke bereit) waren Kohlelager, Verladekran und ein Pumpen- häuschen erforderlich.

Die Wasserversorgung erfolgte aus eben jenem Reservoir am Flums Berg, zu dem von der Pumpstation an der Lahnböschung Flusswasser hochgepumpt wurde.

Mit dem Ende des Dampfzeitalters verlor dann auch das Wasserreservoir seine Funktion.