Presseberichte zu Weilburg
Vermischtes
Weilburger Tageblatt vom 18.03.2004
Start zur Sanierung des Weilburger Wahrzeichens
Wie rüstig ist Neptun wirklich?
Von Dieter Nobbe (0 64 71) 93 80 29 redaktion.wt@mail.mittelhessen.de
Weilburg . Monatelang im Gerüst hat der steingewordene Meeresgott warten müssen, bis nach dem Drängen der Stadt auch das Wetter es Fachleuten erlaubte, sich um sein Äußeres zu kümmern. Zwar hat das Denkmal, das zu den Weilburger Wahrzeichen gezählt wird, aus einiger Entfernung immer noch gut ausgesehen, die gut fünf Jahrzehnte seit seiner letzten intensiven Behandlung haben bei näherem Hinsehen aber doch ihre Spuren hinterlassen. Nun geht es aber richtig zur Sache - seit Montag wird an der Restaurierung des Neptunbrunnens am Weilburger Marktplatz gearbeitet.
Zunächst einmal stellt ein Fachunternehmen aus Alsfeld-Altenburg exakt fest, welche Arbeiten im Einzelnen notwendig sein werden. Steinmetz Jürgen Wilhelm, seit 25 Jahren in der Restaurierung von Steinarbeiten erfahren, und der Maler Lothar Jäger entfernen mit einem Sandstrahlgerät die hellrote Farbe, die auf dem Buntsandstein des großen Denkmals in der Mitte des Brunnens aufgebracht ist.
„Große Schäden sind auch durch rostende Eisenteile entstanden, die zur Befestigung der Denkmalteile angebracht sind,” sagt Wilhelm, während Jäger mit Hammer, Meißel und viel Gefühl vorsichtig schadhafte Teile aus dem Stein entfernt. In Kürze soll feststehen, was zu tun ist. Dann wird mit der Denkmalbehörde das weitere Konzept der Restaurierung festgelegt.
Begleiten wird die Arbeiten auch die Bürgerinitiative „Alt-Weilburg”, die mit allerhand Aktionen und Spendenaufrufen bis jetzt 14 450 Euro für den Neptunbrunnen gesammelt hat.
Zusammen mit 36 000 Euro der Denkmalspflege des Landes Hessen sowie weiteren 50 000 Euro der Stadt sollen die auf etwa 100 000 Euro geschätzten Kosten für die Wiederherstellung finanziert werden. Die Arbeiten werden mehrere Monate in Anspruch nehmen, Genaues kann derzeit noch niemand sagen.
„Unser Ziel ist, die Arbeiten bis zum Beginn der Schlosskonzerte am 5. Juni zu beenden,” sagte Bürgermeister Hans-Peter Schick.
Der denkmalgeschützte Brunnen ist Teil der „Möblierung” des Marktplatzes, und der gehört ins Eigentum der Stadt. Fast 300 Jahre alt ist der Neptunbrunnen. Um das im Volksmund „Christoffel” genannte Denkmal möglichst originalgetreu wieder herzustellen, sucht die Bürgerinitiative alte Postkarten und Bilder vor allem aus der Zeit der Jahrhundertwende um 1900 und dem ersten Weltkrieg. Möglicherweise gibt es auch noch Erinnerungen älterer Mitbürger.
Spenden erwünscht
Für Hinweise ist der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Willi Löhr, unter (0 64 71) 77 23 dankbar. Spenden für den dreizackbewehrten Meereskönig und seine Delphine sind weiterhin willkommen auf die Konten 100 222 777 bei der Kreissparkasse Weilburg (BLZ 511 519 19) und 010 410 92 95 bei der Volksbank Wetzlar-Weilburg (BLZ 515 602 31).
