Presseberichte zu Weilburg
Vermischtes
Weilburger Tageblatt vom 04.09.2004
Millionenträchtige Projekte und Pläne vor der Verwirklichung
Ein Altenpflegeheim am Kirmesplatz und eine Rolltreppe in der Hainallee
Von Wolfgang Henss (0 64 71) 93 80 30 w.henss@mail.mittelhessen.de
Weilburg . Die Umsiedlung des Rewe-Marktes an die Bundesstraße 456, der Bau eines Altenpflegeheimes mit 8 Plätzen auf dem Kirmesplatz, die Neuordnung des Bahnhofsgeländes mit neuer Nutzung des Bahnhofsgebäudes, der Neubau eines Kongresszentrums in der Niedergasse mit Überbauung der Straße sowie die Überbauung der Hainallee am Hotel „Lahnschleife” und schließlich: der Bau einer Rolltreppe zwischen Hainalle und Denkmal. Alles Hirngespinste? Nein das sind konkrete Projekte, die zum Teil vom Weilburger Stadtparlament in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag dem 16. September beschlossen werden sollen. Sie sind Bestandteil eines Gesamtkonzeptes, das Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) in den vergangenen Wochen und Monaten bis zur Entscheidungsreife entwickelt und verhandelt hat. In einem Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte er die einzelnen Schritte, die auf dem Ziel basieren, aus der Verkehrsachse Waldhausen-Weilburg-Kubach eine Entwicklungsachse zu machen. Weilburg habe im Vergleich zu manch anderen Städten zur Zeit atypisch gute Chancen zur Weiterentwicklung, was nicht zuletzt auch das Ergebnis der Arbeit alle daran Beteiligter in den vergangen Jahren sei, sagte Schick.
Wie bereits berichtet, will das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) die unfallträchtige Einmündung der Kreisstraße 416 von Waldhausen in die Bundesstraße 456 durch einen Kreisverkehr neu gestalten und entschärfen. Die Stadt will dafür das Baurecht durch einen Bebauungsplan schaffen.
Zwei weitere Großprojekte spielen sich in unmittelbarer Nachbarschaft ab. Zum einen hat das Land Hessen begonnen, die Forstschule umzubauen. Hier entstehen unter anderem ein Internat sowie der Neubau des Forstamtes Weilburg. Hessen lässt sich diesen neuen Mittelpunkt des Landesforstwesens rund 5,5 Millionen Euro kosten. In der nächsten Woche ist bereits Richtfest. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite will der Rewe-Konzern den bestehenden Markt in der Westerwaldstraße auf die Fläche zwischen Lindenstraße und angrenzenden Wald verlagern. Grund ist die veraltete Gebäudestruktur des jetzigen Marktes und das mangelhafte Parkplatzangebot. Auch hierfür soll das Stadtparlament die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen.
Darüber hinaus sind die Stadtverordneten aufgefordert, die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Kirmesplatz zu beschließen. Hier will ein Investor das der Stadt gehörende Gelände kaufen und mit einem terrassenförmig angeordneten Gebäudekomplex bebauen, zu dem neben einem Altenpflegeheim mit 80 Plätzen eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern für Textilwaren und Schuhe, ein Lebensmitteldiscounter mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche, ein Café und ein vegetarischer Imbiss gehören, zudem die erforderliche Anzahl an Parkplätzen.
Bereits in Bewegung gekommen ist die Situation in der unteren Limburger Straße mit der Sanierung der ehemaligen Kreisverwaltung (die Vorarbeiten haben begonnen) sowie dem gegenüber (ehemalige Sozialstation) etablierten Döner- und Gemüseladen.
Springbrunnen
Verbessern wird sich auch die Situation am Postplatz mit der Renovierung und Sanierung des alten Postgebäudes und des ehemaligen Textilhauses Müller, das ebenfalls an einen Privatmann verkauft wurde. Der Bau des Kreisverkehrs am Postplatz mit einem Springbrunnen sowie die Pflanzung von rund 20 neuen Bäumen soll diesen Bereich auch optisch weiter aufwerten. 2007 ins Auge gefasst ist die Sanierung und Erweiterung des Parkdecks im Odersbacher Weg. Die Finanzierungsgespräche dazu laufen, so Hans-Peter Schick, der im übrigen darauf verweist, dass fast alle der neuen Projekte der Stadt kaum einen Pfennig kosten.
Das betrifft auch das Bahnhofsgelände zwischen Bahnhofsgebäude und Ahäuser Brücke, das von der Bahn über den Sanierungstreuhänder Nassauische Heimstätte erworben werden soll. Hier will Schick mehr Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit erreichen, indem die einzelnen Gewerbebetriebe ihre Grundstücke ankaufen. Die Park+Ride-Anlage soll ausgebaut werden, am Omnisbusbahnhof eine vandalismussichere Toilettenanlage mit Münzbetrieb installiert werden. Der Bahnhof selbst soll ebenfalls neu genutzt werden. Gaststätte und Kiosk werden bleiben. Dazu, so Schick, kommen ein Backshop und eine (nicht mit Automaten, sondern mit Menschen besetzte) Mobilitätszentrale mit Fahrkartenverkauf, die auch Serviceleistungen im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs anbieten und Karten für Veranstaltungen in der Region verkaufen soll. Das Obergeschoss soll Dienstleister aufnehmen, der Rest Wohnungen.
Ihr Gesicht verändern wird die Niedergasse. Auf der Talseite wird das Hotel „Lahnschleife” auf dem Grundstück der ehemaligen Firma Eisen-Becker ein neues Kongresszentrum mit weiteren Hotelangeboten errichten (Baubeginn nach dem Hessentag). Vom dortigen Obergeschoss können die Gäste über eine Überbauung der Straße direkt den Platz vor der Heuscheuer und damit die untere Langgasse erreichen. Passanten können das ebenfalls über eine Wendeltreppe auf der Talseite bzw. über einen neuen Treppen- und Aufzugsturm auf der Bergseite. Im Anschluss an den Turm soll eine Ladenfläche von rund 100 Quadratmetern entstehen. Die Gebäude Niedergase 7, 9, 11, 13 und 15 werden im November 2004 abgerissen. Die Straße wird dann zur Schlossbergseite hin verschwenkt, so dass vor den Häusern 2, 4, 6 und 8 mehr Platz geschaffen wird.
Das Hotel plant dazu eine Überbauung der Hainallee zwischen Hotelgebäude und dem Parkplatz gegenüber der Ritsche. Auch das ist Thema im Stadtparlament am 16. September.
Noch nicht finanziell in trockenen Tüchern, bei Schick jedoch fest in Planung, ist der Bau einer Rolltreppe, die die Hainallee mit dem Denkmal verbindet. Schick hofft, das Projekt noch vor dem Hessentag umsetzen zu können. Als Partner nennt Schick ein prominentes deutsches Unternehmen, das sich hier Werbung verspricht. Zu bauen, so Schick, wären drei Auflagen am Fuß, in der Mitte und am Ende des Hanges, in die dann insgesamt vier Rolltreppen eingehängt würden. Diese seien wetter- und winterfest und in Wintersportorten bereits erprobt. Mit der unteren Naturschutzbehörde sei Einigung über ein entsprechendes Eingrünungskonzept erzielt worden.
Lebensmittel
Abschließend äußerte Schick eine Bitte. Ihm ist die Ansiedlung eines Lebensmittelladens in der Altstadt sehr wichtig, in dem die Bewohner die Waren für den täglichen „Handbedarf” finden. Einen Betreiber und eine Lebensmittelkette hat er bereits an der Hand. Jetzt fehle ihm noch der geeignete Standort und eine Fläche um rund 100 Quadratmeter. Er wünscht sich Angebote, die auch finanziell für den Lebensmittelhändler realisierbar sind.
