Presseberichte zu Weilburg

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Weilburger Tageblatt vom 04.09.2004

Historischer Bau vor neuer Nutzung

In der Weilburger Post gehen die Uhren anders

Von Wolfgang Henss (0 64 71) 93 80 30 w.henss@mail.mittelhessen.de

Weilburg . Im altehrwürdigen Postgebäude in Weilburg gehen demnächst die Uhren anders. Das heißt, im Augenblick geht die Uhr überhaupt nicht, sie ist ausgebaut und wird überholt. Nach ihrem Wiedereinbau wird sie den Weilburgern dann sekundengenau die Zeit anzeigen. Dafür sorgt ein atomgesteuertes Quarzuhrwerk, das Ottmar Lotz, der neue Besitzer des denkmalgeschützen Baues, in den Chronometer einbauen lässt.

Der Investor aus Friedrichsdorf will es damit allerdings nicht bewenden lassen. Er plant eine umfassende Renovierung und Sanierung des Vierflügelbaues und eine neue Nutzung mit einem Mix aus Büros, Wohnungen und Gewerbe. Eins steht fest: Die Post selbst wird ihren angestammten Standort im Erdgeschoss nicht verlassen. Sie hat sich mit einem Zehnjahresvertrag gebunden.

Die konkrete Nutzung der übrigen rund 1000 Quadratmeter in den drei verschiedenen Geschossen ist allerdings noch im Planungsstadium und hängt auch vom Bedarf und den zu erzielenden Mietpreisen ab.

Die vorläufige Planung, die Lotz mit einem Weilburger Architekten entwickelt hat, sieht im Untergeschoss Räume für ein kleines Büro sowie für eine Arztpraxis oder ein Geschäft vor.

Das Obergeschoss ist für jeweils vier Büros oder Wohnungen mit Größen zwischen rund 84 und 125 Quadratmetern vorgesehen.

Im Dachgeschoss sollen vier Wohnungen in einer Größe zwischen rund 80 und knapp 130 Quadratmetern entstehen. Dabei sollen zusätzliche Dachfenster freigeschlagen werden, um die Räume ausreichend zu belichten. Das ist mit der Denkmalpflege bereits abgesprochen, so Lotz.

Zum Innenhof plant der Investor ebenfalls eine Öffnung der Räume sowie Balkons, die auch an der Rückseite des Gebäudes im Obergeschoss die Attraktivität der Wohnungen oder Büros steigern sollen.

Die Bausubstanz des Gebäudes, das 1786 als Posthalterei errichtet und in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum jetzigen geschlossen Vierflügelbau umgestaltet wurde, ist insgesamt gut. Dennoch wird die Renovierung ein Investitionsvolumen von rund 500 000 Euro erfordern, schätzt Lotz.

Jetzt hofft der Investor auf eine schnelle positive Entscheidung, um in den Genuss von Sanierungsmitteln im Rahmen des Sanierungsprogrammes „Weilburger Brückenköpfe” zu kommen.

Einen positiven Schub zur Vermarktung seiner neuen Immobilie verspricht sich Lotz auch von der zentralen attraktiven Lage, die durch die Fertigstellung der Teilortsumgehung mit dem neuen Kreisel am Postplatz noch aufgewertet wird.

Dass sich im alten Postgebäude etwas tut, soll die Öffentlichkeit auch demnächst durch eine Kunstausstellung erfahren, die am 20. und 21. November 2004 weit über 20 Künstler aus Weilburg und weit darüber hinaus mit einer Vielfalt von Werken vereinigt.