Presseberichte zu Weilburg
Vermischtes
Weilburger Tageblatt vom 11.12.2004
Millionen-Sanierung geplant
Land verkauft Schlosshotel
Von Mika Beuster (0 64 71) 9 38 29 redaktion.wt@mail.mlttelhessen.de
Weilburg. Das Schlosshotel und die Stadthalle Weilburg sind vom Land Hessen verkauft worden. Investor Rainer Krüger – er betreibt auch das Weilburger Hotel „Lahnschleife“ - hat den Zuschlag der Landesregierung für 900.000 Euro erhalten. Der Kaufpreis kann aber noch um 80 000 Euro gemindert werden, falls zusätzliche Investitionen nötig werden sollten. Krüger wolle das Hotel mit einem Aufwand von vier bis fünf Millionen Euro sanieren und erweitern, sagte Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) auf Anfrage dieser Zeitung.
Bis in das Frühjahr kommenden Jahres bleibt das Schlosshotel wegen Umbauarbeiten geschlossen. Auch die von der Stadt verkaufte „Heuscheuer” wurde von Krüger erworben und soll als Erweiterung des Hotels dienen. Das Schlosshotel und die Stadthalle „Alte Reitschule” waren zuvor eine Liegenschaft des Landes Hessen.
In einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Landtages, die der Redaktion vorliegt, heißt es, dass das „Grundstück für Landeszwecke entbehrlich” sei. Der empfohlene Kaufpreis wird durch ein Gutachten eines Wiesbadener Spezialgutachterbüros unterstützt. Dort sei von einem „erheblichen Investitionsstau” die Rede, wie es in dem Schriftstück des Haushaltsausschusses heißt.
Deshalb hätten 1,6 Millionen Euro für nötige Investitionen vom Kaufpreis abgezogen werden müssen. In der Vorlage für den Landtag heißt es weiterhin: „Aufwendungen in dieser Größenordnung sind durch das Land in den nächsten Jahren nicht zu finanzieren”.
Bürgermeister Hans-Peter Schick bestätigte auf Anfrage den Verkauf. „Für die Stadt hat das nur Vorteile”, sagte Schick. Das Schlosshotel sei zwar bisher von Hans Peks hervorragend geführt worden. Doch die Eigentümerschaft des Landes habe durch Fehlentscheidungen in den 80er und 90er Jahren zu einem erheblichem Investitionsstau geführt. „Es gab dort doch gerade einmal 78 Betten, eine Busladung Gäste hat das Hotel schon überfordert”, so Schick.
Hohe Investitionen
Während in anderen Städten das „Grand-Hotel” das beste am Platze sei, so sei man im Schlosshotel froh gewesen, wenn ein Stromanschluss da war. „Das wird sich durch den neuen Investor gravierend ändern”, so Schick.
Krüger will zwischen vier und fünf Millionen Euro in sein neues Hotel investieren. Geplant sind ein neuer Haupteingang, die Modernisierung der Zimmer.
Die „Heuscheuer” soll ebenfalls an das Hotel angeschlossen werden, ein Übergang zwischen den beiden Gebäu-den soll errichtet werden. Wegen der umfangreichen Arbeiten wird das Hotel bis in das Frühjahr 2005 nicht betrieben werden können.
„Ich weiß, dass das für die Mitarbeiter hart wird. Durch die Auflösung der alten GmbH, die das Schlosshotel betrieben hat, haben sie ihren Job verloren”, so Schick. Er gehe davon aus, dass die neue Leitung zum Großteil personell der alten entspreche und dass viele der alten Mitarbeiter vom neuen Schlosshotel übernommen werden könnten.
Die Namens-Frage
Ob das neue Schlosshotel auch noch Schlosshotel heißen wird, weiß Schick noch nicht. „Das ist nicht Sache der Stadt. Ich gehe aber davon aus, das Rechte am Namen vorliegen, dann muss man das halt geringfügig umbenennen”, so Schick.
Der Fraktionsvorsitzendeder SPD im Weilburger Stadtparlament, Heinz-Ulrich Mengel, hat eine Anfrage zur Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag eingereicht. „Vor allem geht es uns um die Stadthalle”, so Mengel. „Können Weilburger Vereine auch weiterhin die Stadthalle nutzen? Und, bei der derzeitigen Finanzlage der Stadt extrem wichtig: Wird sich eventuell der Pachtvertrag ändern, die Stadt höhere Pacht bezahlen müssen?” fragt Mengel. Bisher zahlt die Stadt Weilburg 400,34 Euro im Monat für die Benutzung der Stadthalle.
„Der neue Pächter hat den Vertrag ohne Änderung so übernommen, unbefristet”, sagte Bürgermeister Schick gegenüber dieser Zeitung.
Doch Mengel will vom Stadtoberhaupt wissen, wie man auch in Zukunft sicherstellen könne, dass Vereine diese zu den gleichen Konditionen wie heute nutzen können. Schick sieht darin kein Problem. „Ich glaube sogar eher, dass durch das neue Schlosshotel die Stadthalle eine größere Auslastung erfährt”, so Schick.
Der Umbau des Schlosshotels sei ein Teil des Konzeptes der Stadt für die Innenstadt. Dazu gehöre auch das durch Krüger geplante Kongresszentrum in der Niedergasse. „Dieses soll mit dem Schlosshotel über die Heuscheuer verbunden werden”, sagte Schick. Nach dem Hessentag sei die Aufnahme der Bauarbeiten geplant.
Es wird weiter gebaut
"In Weilburg hört die Bautätigkeit mit dem Hessentag nicht auf", kündigte Schick an. Ziel sei es für die Stadt, dass sich die Anzahl der Übernachtungen steigert und nicht nur die Zahl der Ankünfte. „Es gibt Gewerbetreibende in der Innenstadt, sie sagen mir, dass ein Großteil der Kunden aus dem Hotel Lahnschleife kommt”, so Schick.
