Presseberichte zu Weilburg
Vermischtes
Weilburger Tageblatt vom 02.02.2007
Gebück erhält Rückschnitt
Weniger Wildwuchs auf dem Schlossfelsen und mehr Sicherheit für Spaziergänger
Weilburg(dn). Am Mittwoch haben die Sanierungsarbeiten im Weilburger Gebück begonnen. Der steile Hang zur Lahn unter dem Schloss soll von Baum- und Pflanzenwildwuchs befreit werden und erhält damit wieder seinen ursprünglichen Anblick des Lahnfelsens, auf dem das Schloss steht.
Ein Spezialunternehmen für "Baumdienste" hat seine Arbeit aufgenommen, die je nach Witterung etwa Mitte Februar beendet sein soll. In bis über 50 Meter Höhe waren in den letzten Tagen so genannte "Kletterer" an dem teilweise senkrechten Steilhang zu sehen, die mit Seilen gesichert ihre Motorsägen in Gang brachten.
Die abgeschnittenen dünnen Stämme fielen herunter, wurden von einem kranähnlichen Ausleger zum Boden gehoben und an Ort und Stelle geschreddert. Die bodendeckenden Pflanzen sollen danach noch entfernt werden. Wie diese Zeitung berichtete, nahm der seit Jahrzehnten entstandene Wildwuchs am Boden lebenden Pflanzen und Tieren das Licht, so dass sie zum großen Teil gar nicht mehr vorhanden sind.
Außerdem behinderte er zunehmend den Blick vom Schloss auf Stadt und Fluss und umgekehrt. Zudem haben sich in der hohen Schlossmauer bereits Bäumchen angesiedelt, die die Stabilität der gemauerten Natursteine auf Dauer beeinträchtigen können.
Und weil auch die Verkehrssicherheit im Gebück nicht mehr gegeben war, wurde der von Spaziergängern beliebte Weg am Lahnufer entlang und von da auch hoch zum Schloss bereits vor zwei Jahren gesperrt - zum Bedauern vieler Weilburger und ihrer Besucher.
Bodenbewuchs und Kleintiere bekommen wieder eine Chance
So hat sich die Staatliche Verwaltung der Schlösser und Gärten in Hessen entschlossen, den Hang frei schneiden zu lassen. Dabei wird das Stangenholz - meist wildgewachsener junger Ahorn - "auf Stock geschnitten" - also bis kurz über den Boden gekürzt, wo es erneut austreiben kann und später mit regelmäßigem Pflegeschnitt auf Buschgröße gehalten werden kann.
So haben nicht nur der Bodenbewuchs als Erosionsschutz mit Licht und Luft wieder eine Chance, sondern auch allerhand Kleintiere, etwa Feuersalamander und Eidechsen.
Die Forstfachleute werden sich in den nächsten Tagen von der Brückenmühle in Richtung Oberlahnbrücke weiter voran arbeiten. Einige größere und ältere Bäume sollen nach bis ins Einzelne gehenden Vereinbarungen mit dem Naturschutz stehen bleiben. Ebenso der dichtere Waldbewuchs bis fast zum Landtor, der den Blick vom und zum Schloss nicht verdeckt. Nach den Rodungsarbeiten folgt auf den frei gewordenen Flächen des Gebücks eine Kräutereinsaat, Efeu wird der künftige Bodendecker sein. Danach werden die Wege im Hang zum Schlossgarten hinauf neu angelegt. Ob das bis zum Sommer schon fertig wird, vermochten Außenstellenleiter des Schlosses, Frank Schröder, Schlossgartenchefin Katharina Brunsing und Landschaftsarchitekt Jochen Kehm noch nicht zu sagen: Das hängt von der Witterung ab - und vom Geld. Bis jetzt stehen 100 000 Euro für das Freischneiden zur Verfügung.
Nicht zu dem Freischnitt gehören die Arbeiten für eine neue Rampe vom Schlossgarten zum König-Konrad-Platz, die ebenfalls zur Zeit gebaut wird. Sie dient für die schweren Schlossgartengeräte als künftige schnelle Verbindung zur Stadt und ins Gebück.
