Zeppelin LZ V / Z II
Zeppelinstrandung Z II in Weilburg 1910
Strandung an Webers Berg
Zeppelin Z II über Limburg
Am 22. April 1910 hatte in Bad Homburg eine von Kaiser Wilhelm II. befohlene Parade stattgefunden, an der die Luftschiffe M I (= LZ I / Z III ??), P II (= LZ VI ??) und Z II (= LZ V) teilgenommen hatten. Nach der Parade war das Luftschiff M I demontiert und mit der Bahn zurück an seinen Standort transportiert worden, die vorgesehenen Starts für die Rückflüge von P II und Z II mussten dagegen wegen schlechter Wetterverhältnisse verschoben werden. Der P II startete am 23. gegen 19.00 Uhr zum Rückflug nach Köln, während für den Z II der Start für den 24. geplant wurde.
Zeppelin Z II beim Hof Blumenrod nahe Limburg
Am 24. startete der Z II unter dem Kommando von Hauptmann von Jena mit seiner 28 Mann starken Stammbesatzung gegen 08.00 Uhr zum Rückflug. Wegen der Wetterverhältnisse musste der Zeppelin aber bei Rüdesheim abdrehen und am frühen Nachmittag südlich von Limburg beim Hof Blumenrod landen, um Gas nach zu füllen. An einem eingegrabenen Leiterwagen wurde der Zeppelin mit Stahlseilen verankert und sollte seinen Flug am nächsten Tag fortsetzen.
Der am Webersberg gestrandete Z II (Foto: Ausschnitt einer Ansichtskarte aus Privatbesitz)
Nach einer zeitweiligen Wetterbesserung nahm die Windstärke am 25. morgens wieder zu und etwa 100 Soldaten des in Diez stationierten Infanterie-Regiments 160 wurden eingesetzt, um das Luftschiff mit weiteren Halteseilen zu sichern. Gegen 13.00 Uhr erfasste eine besonders heftige Böe den Z II und die Verankerung riss. Damit mussten auch die zur Sicherung eingesetzten Soldaten die Halteseile freigeben, der Zeppelin wurde in die Höhe getragen und dann in östliche Richtung abgetrieben.
Schon bald wurde der führerlose Zeppelin bei Weilburg gesichtet, als er vom Wind aus Richtung Gräveneck/Kirschhofen entlang der Lahn zur Stadt herangetrieben wurde. Dabei streifte er teilweise die Baumkronen, wurde von Windböen gedreht und kurz vor dem Webersberg so weit auf die Lahn hinuntergedrückt, dass die Spitze in den Fluss eintauchte. Dann erfasste ein weiterer Windstoß das Luftschiff, hob es über den entlang der Lahn führenden Bahndamm und die Weilstraße und warf es mit der Breitseite an den Felsen des Webersberg. Teile des Zeppelins bedeckten noch den Bahnkörper, bis ein erneuter Windstoß dass gestrandete Luftschiff nochmals erfasste und weiter auf den Berg hob, wo es an Bäumen und Felsen, dicht unterhalb des damaligen "Kurhaus Webers Berg" liegen blieb.
Der am Webersberg gestrandete Z II (Foto: Ausschnitt einer Ansichtskarte aus Privatbesitz)
Bei der Strandung war niemand zu Schaden gekommen, jedoch war der Z II so stark beschädigt, dass sofort mit Sicherungsarbeiten und der Demontierung begonnen wurde.
Die ersten Arbeiten wurden von der Feuerwehr und den in Weilburg stationierten Unteroffiziersvorschülern durchgeführt. Im Laufe des Nachmittags kam mit einem Sonderzug weiteres Militär aus Diez an, von dem die Demontagearbeiten fortgeführt wurden.
An der Unfallstelle Webersberg wurde eine Tafel zur Erinnerung an die Strandung des Zeppelin Z II angebracht.
Luftschiffkapitän Hauptmann von Jena, vorn, 2. von rechts, in Weilburg
am Grubeneingang "Erbstollen" mit Belegschaftsmitgliedern der Grube
und weiteren Gästen
Quelle: Weilburger Tageblatt v. 25.01.2004
