Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Plan des Straßenbauamts zur Ostumfahrung (1981)

Im November 1981 war vom Stadtparlament mehrheitlich einer Trassenführung entsprechend der variante G (Ostumfahrung) zugestimmt worden.

Der Feststellungsbeschluss wurde am 21.08.1999 unterschrieben und der erste Spatenstich für den Bau erfolgte am 27.10.2000. Das Ende des Bauvorhabens wurde für das Jahr 2004 geplant. Am 22.12.2004 wurde die Teilortsumgehung für den Verkehr freigegeben.

Der nachstehende Plan und die Folgeangaben zur Variante G (Ostumfahrung) -Lahnbrücke am Gebück- entstammen der im Oktober 1981 vom Hessischen Straßenbauamt herausgegebenen Information Teilumgehung Weilburg an der Lahn Verkehrsberuhigung der historischen Altstadt und ergänzen die in meiner Homepage gesammelten Presseberichte zur Teilortsumgehung.

Weilburg, Lahn, Plan der Teilortsumgehung Weilburg

Vom Hess. Straßenbauamt 1981 vorgestellter Plan für die Trassenführung zur Teilortsumgehung, Variante G

Variante G (Ostumfahrung)
-Lahnbrücke am Gebück-

In der Frankfurter Straße beginnend schwenkt die Neubaustrecke in Höhe des Landtores mit einem Radius von 50 m nach Norden ab und führt durch den Steilhang am Rande des Gebücks hinunter zur Lahn. Die Dammstrecke bzw. Stützmauer erreicht hier eine maximale Höhe von ca. 12,0 m. Sie kann durch den vorhandenen hohen Baumbestand kaum eingesehen werden.

Lahnüberquerung in geringer Höhenlage

Das Bauwerk hat eine Länge von 110 m. Bei nahezu konstanter Längsneigung von 2,3 % kommt die Unterkante des Überbaus an ihrer ungünstigsten Stelle nur 1,0 m über dem von der Wasserwirtschaft geforderten Mindestwert zu liegen. Die Zufahrt zur Lahnbrücke erhält im Bereich des Landtors eine konstante Neigung von 10 %. Dieser auf den ersten Blick negative Sachverhalt verliert an Gewicht, wenn man bedenkt, daß hier nur das vorhandene Gefälle der Frankfurter Straße auf kurze Distanz eine Verlängerung erfährt.

Planungsziele erfüllt

Im weiteren Verlauf wird die Trasse südlich am Hallenbad vorbei in eine Parallellage zur Bahnhofstraße geführt. Auch hier konnte das Planungsziel "Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße mit maximal möglicher Distanz zum Lahnufer" erfüllt werden.

Die Zufahrten von der "Steinernen Brücke" bzw. der L 3020 aus Richtung Bahnhof sind über plangleiche Einmündungen angeschlossen. Im Gegensatz zur F-Linie ist die verkehrsberuhigte Bahnhofstraße nicht unmittelbar mit der Umfahrung verknüpft. Die Erschließung des Hallenbades bleibt unverändert bestehen. Unter der Vorlandbrücke hindurch kann das Bootshaus angefahren werden.

In Erfüllung der Planungsziele "Beseitigung des schienengleichen Bahnüberganges" und "Anbindung des Ahäuser Weges außerhalb der 10%igen Längsneigung" sieht die Planung etwa in Höhe des Schiffahrtstunnels eine Verschwenkung dieses Straßenzuges in Richtung Lahn vor. Dazu ist östlich der Bahngleise bis westlich des Schiffahrtstunnels die Anordnung eines vierfeldrigen Brückenbauwerkes erforderlich. Der zwischen Einmündung und Brückenbauwerk sich ergebende Stützmauerbereich erreicht eine maximale Höhe von 10,50 m. Durch eine vorgelagerte Böschung und über entsprechende Bepflanzungsmaßnahmen kann sein Erscheinungsbild harmonisch in die Landschaft eingepaßt werden.

Tunnel im Gegenverkehr

Für die Weiltalstraße ist analog zur Variante F ein Einbahnstraßensystem vorgesehen. Die Anordnung des Tunnels konnte jedoch in Lage und Höhe günstiger gestaltet werden. Denkbar wäre auch, den Tunnel im Gegenverkehr befahren zu lassen. Dies würde dem Verkehr von Ahausen in Richtung Weiltal und umgekehrt Umwege ersparen.

Verkehrsgerechte Fußgängerführung

Besonderes Augenmerk wurde bei der Variante G auf die verkehrsgerechte Fußgängerführung gerichtet. Schulkinder, die in größerer Anzahl den Weg zwischen Bahnhof und Karlsberg beschreiten, müssen weder den Bahnübergang noch die verlegte L 3025 kreuzen. Im Zuge des Gehweges auf der Eisenbahnbrücke unterqueren sie den Ahäuser Weg und finden nahe des Tunnelportals eine behindertengerechte Rampe vor, die zum Karlsberg führt. Der zahlenmäßig geringe Fußgängerverkehr aus Richtung Ahausen kann über eine nördlich der L 3025 geplante Treppe ebenfalls diese Rampe erreichen.

Vor- und Nachteile

Variante G befriedigt in der Trassierung, hat aber Nachteile hinsichtlich der Linienführung im Aufriß. In Bezug auf Verknotung und Entlastung der Altstadt gelten sinngemäß die Aussagen zur F-Linie. Nicht unerheblich sind Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz. Das historische Stadtbild wird in Randlage tangiert. Das Brückenbauwerk und die Rampen liegen im optischen Schatten des Gebücks. Durch den dort vorhandenen hohen Baumbestand ist eine relativ günstige Einpassung in das Landschaftsbild gewährleistet.

Kosten:
Straßenbau und Ausstattung: 4,1 Mio. DM
Bauwerke: 21,5 Mio. DM
Grunderwerb: 5,1 Mio. DM
Bepflanzung und Lärmschutz: 3,0 Mio. DM

Gesamtkosten: 33,7 Mio. DM

Ergänzend zu den vorstehenden Angaben:

Laut Weilburger Tageblatt v. 31.12.1999 betragen die Kosten 54 Millionen DM, von denen ca. 47 Millionen auf den Bund und 6,6 Millionen DM von der Stadt Weilburg getragen werden. Der größte Teil der auf die Stadt Weilburg entfallenden Kosten wird für den Bau eines Parkdecks verwendet.

Nachstehend noch Angaben aus der Information des Hessischen Straßenbauamts 1981 zur Variante F (Ostumfahrung) -Lahnüberquerung in der Nähe der Eisenbahnbrücke-.

Einbahnstraßensystem für Weiltalstraße

Zur Verbesserung des Anschlusses "Weiltalstraße" sieht die Planung ein Einbahnstraßensystem für diesen Straßenzug vor. Auf Höhe des Bangert Weges schwenkt die Richtungsfahrbahn aus dem Weiltal nach Norden ab und unterquert in einem Tunnel von 72,5 m Länge die Frankfurter Straße. Nach weiteren 50 m erfolgt die Anbindung an die Umfahrung. Ein Parallelweg ermöglicht die Erschließung des hier geplanten Parkplatzes. Ab dem Anschluß Frankfurter Straße kann die L 3025 ebenfalls im Richtungsverkehr befahren werden. In der Serpentinenstrecke wird somit eine erhebliche Erleichterung für den Schwerverkehr geschaffen.

Vor- und Nachteile

...In Bezug auf die Verknotung wird eine hohe Verkehrsentlastung (ca. 83 %) im Bereich der "Niedergasse" erzielt. Im Zuge der "Mauerstraße" bzw. "Vorstadt" fällt der Entlastungsgrad auf im Mittel 67 % ab.....