Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 08.01.2000

Baubeginn vielleicht schon in diesem Jahr

Die Weilburger Brücke ist jetzt im Rathaus zu sehen

Von unserem Redakteur Heinz Zimmermann

Weilburg. Weilburgs größtes Bauwerk in diesem Jahrhundert, die Brücke (korrekt Teilortsumgehung), kann ab sofort besichtigt werden, denn das Modell des 54-Millionen-Mark-Projektes ist nun zum ersten Mal für Jedermann zugänglich im Eingangsbereich des Weilburger Rathauses zu sehen.

Weilburg, Lahn, Modellausschnitt: Landtor- und Tankstellenbereich; WT 08.01.2000, Foto: Zimmermann

Blick vom Landtor auf die neue Brücke. Rechts mündet der Verkehr aus dem Weiltal-Tunnel auf die neue Trasse, für die als Letztes die ehemalige Tankstelle weichen muss. (Fotos: Zimmermann)

Die Verlagerung von der Frankfurter Straße aus den Diensträumen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen in das Verwaltungszentrum in der Mauerstraße symbolisiert zugleich, wie weit das Projekt bereits fortgeschritten ist. Denn nachdem das Baurecht seit einigen Wochen vorliegt, hofft man auf einen Baubeginn noch in diesem Jahr.

Vorausssetzung ist natürlich das liebe Geld, heisst, der konkrete Finanzierungsplan des Bundes, an dem derzeit in Berlin gebastelt wird und der im Frühjahr vorliegen soll. Hessens Verkehrsminister Posch hat in einem Brief an seinen Berliner Amtskollegen Klimmt denn auch noch einmal vorsorglich um eine "Freigabe des Baubeginns" gebeten.

Weilburg, Lahn, Modellausschnitt: Parkeinrichtung;  WT 08.01.2000, Foto: Zimmermann

Blick auf die neue Brücke in Richtung Landtor. Links das neue Parkhaus, für das der größte Teil der städtischen 6,8 Millionen Mark aufgewendet wird.

Es geht immerhin um 54 Millionen Mark, wovon die Stadt Weilburg 6,6 Millionen Mark trägt. Davon entfällt der größte Teil auf den Bau eines Parkhauses, das auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle an der Frankfurter Straße entstehen soll.

Wie ja überhaupt die Planer beklagen, dass der Schwerpunkt in den Diskussionen immer nur auf dem eigentlichen Brückenbauwerk liegt. Denn dies ist ja nur ein Teil dieser Umgehung, die einen Schlußpunkt unter eine jahrzehntelange Diskussion setzt und die Altstadt endgültig vom Durchgangsverkehr befreien wird.

Wie stark die Teilortsumgehung den historischen Kern der barocken Residenz berühren wird, wurde den ersten Schaulustigen klar, die gestern das mehrere Quadratmeter große Modell im Rathaus-Eingang in Augenschein genommen haben.

Ein erster Eindruck an der Steinernen Brücke

Einen ersten Eindruck kann man derzeit übrigens bereits an der Steinernen Brücke bekommen. Dort errichtet der Abwasserverband Weilburg (gerade 25 Jahre alt geworden) sein letztes großes Bauwerk: ein Regenüberlaufbecken.

Weilburg, Lahn, Modellaussschnitt: Die neue Lahnbrücke;  WT 08.01.2000, Foto: Zimmermann

Nach langen Diskussionen wurde der eigentliche Brückenkörper so weit wie möglich abgesenkt.

Zur Lahnseite hin schließt eine Stützmauer das Projekt ab. Genau genommen ist diese bereits der Grundstein der Teilortsumgehung. Denn diese Mauer (die nicht aus der Kasse des Abwasserverbandes bezahlt wird) wird die äußere Begrenzung der neuen, zur Lahn hin verschobenen, Fahrbahn darstellen.

Damit einher geht nicht nur ein "Abhängen" der bisherigen Bahnhofstraße. Auch der Postplatz wird bei dieser Gelegenheit neu gestaltet. Zumindest ansatzweise soll das (einst sehr romantische) Rondell wieder erstehen, das in den 60-er Jahren einer "zeitgerechten Verkehrsanbindung" für den Neubau der Kreissparkasse zum Opfer fiel.

Auch der Bootsverleih wird umziehen müssen

In Mitleidenschaft gezogen wird auch der Bootsverleih, denn zwischen dem Hallenbad und der Anlage des Rudervereins quert das Brückenbauwerk die Lahn. Allerdings wird man diese Saison noch an der alten Stelle abwickeln können, denn vor dem Herbst wird kaum etwas passieren.

Weilburg, Lahn, Stützmauer am Regenwasserauffangbecken;  WT 08.01.2000, Foto: Zimmermann

Die Baustelle an der Brücke. Die Stützmauer wird künftig zur Lahn hin die Fahrbahn begrenzen.

Derzeit noch völlig offen, ist der künftige Standort des Bootsverleihs. Eine denkbare Alternative wäre das Gelände der Firma Görtz, die in das Kubacher Gewerbegebiet umzieht.

Auf dem Görtz-Gelände wird auf jeden Fall für die nächsten Jahre das Baulager eingerichtet. Und wenn dann einst das obligatorische Band zerschnitten ist, dann sollen dort Bäume angepflanzt werden.

Gravierende Veränderungen wird es auch im Bereich Landtor/Mühlberg geben. Denn die berüchtigten Serpentinen werden dann der Vergangenheit angehören, ein Tunnel wird den Verkehr  entzerren. Wer künftig aus dem Weiltal kommt, fährt direkt bis zur neuen Brücke vor.