Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 06.04.2000

Magistrat empfiehlt dem Stadtparlament diesen Schritt aus Kostengründen

Verzichtet Weilburg auf den Bau der Parkeinrichtung am Landtor?

Weilburg (hs). Der Magistrat der Stadt Weilburg hat der Stadtverordnetenversammlung empfohlen, aus Kostengründen auf eine Parkeinrichtung am Landtor beim Bau der Teilortsumgehung zu verzichten. Der Magistrat folgte damit einem Vorschlag von Bürgermeister Schick. Das Thema wird das Parlament allerdings nicht in seiner heutigen Sitzung (ab 18 Uhr im Komödienbau) beschäftigen, sondern erst am 25. Mai.

Bestandteil der Planung war bisher der Bau einer zweigeschossigen Parkeinrichtung mit rund 200 Stellplätzen zwischen dem Ahäuser Weg und der Lahn. Die Errichtung einer solchen Anlage bot sich an, um den durch den Neubau der Brücke und die neue Trasse entlang des Ahäuser Weges zu schließen. Verzichtet die Stadt auf die Parkplätze, müsste dieses Loch verfüllt werden, wozu das beim Tunnelbau anfallende Material genutzt werden könnte.

Wie unsere Zeitung gestern berichtete, hat die Bundesregierung die Mittel für den Bau der Teilortsumgehung freigegeben. Damit steht einem offiziellen Baubeginn noch in diesem Jahr nichts mehr im Weg. Wie Bürgermeister Schick erläuterte, verzögere ein Verzicht der Stadt auf die Parkeinrichtung den Bau der Teilortsumgehung Weilburg, laut Auskunft des Hessischer Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung nicht.

Schick entschied sich zu diesem Vorstoß im Magistrat nach Gesprächen mit dem Ministerium am 20. Januar und 27. März und nach Vorlage des vom Amt für Straßen und Verkehrswesen aufgestellten Kostenverteilungsplanes. Die Gesamtkosten für den Bau der Parkeinrichtung belaufen sich auf 11,874 Millionen Mark. Davon trägt der Bund 48,40 Prozent, das sind 5,747 Millionen Mark, da das Parkdeck auch der Straßenführung für die Anbindung der Landesstraße 3025 (Weilstraße/Ahäuser Weg) dient.

Für die Stadt Weilburg verbleiben damit Kosten für die Parkeinrichtung von 6,127 Millionen Mark. Dazu kommen Verwaltungskosten von 328 000 Mark sowie Kosten für Nebenanlagen und Gehwege in Höhe von rund 443 000 Mark. Zusammen sind das 6,898 Millionen Mark. Für den Bau der 200 Parkplätze könnte die Stadt mit einem Landeszuschuss von maximal 2,3 Millionen Mark rechnen, so dass sie rund 4,6 Millionen Mark selbst finanzieren muss. Die Alternative: Sie verzichtet auf die Parkeinrichtung und hat lediglich Kosten von rund 470 000 Mark zu tragen.

Genug Parkplätze

Hans-Peter Schick untermauerte seinen Vorstoß mit einem weiteren Argument. Mit rund 900 Parkplätzen sei der Bedarf für die Altstadt gedeckt. Schick räumt ein, dass durch den Bau der Teilortsumgehung Weilburg insgesamt 40 Parkplätze in der Frankfurter Straße, am Mühlberg, auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle Hof, am König-Konrad-Platz und in der Limburger Straße entfallen. Im Gegenzug verweist der Bürgermeister darauf, dass nach dem Bau der Altstadtumfahrung im Bereich Vorstadt und Mauerstraße 35 bis 40 neue Parkplätze entstehen. Weiter weist Schick darauf hin, dass 1981, als sich das Stadtparlament für die Variante G (mit Parkeinrichtung) aussprach, das Parkdeck Mauerstraße rund 100 Parkplätze hatte. Heute sind es 280. Dazu kommen aktuell die rund 20 Parkplätze in der bisher vom Schloßhotel als Garage genutzten Heuscheuer.

Und schließlich, so Schick, habe die Stadt die Möglichkeit, im Bereich der Hainallee mittelfristig wesentlich kostengünstiger zusätzliche Parkplätze zu schaffen.

Weilburg, Lahn; Plan Teilortsumgehung, WT v. 06.04.2000

Das ist (bisher) noch der offizielle Stand der Planung: Zwischen der Frankfurter Straße und der neuen, Trasse von der Tunnelausfahrt bis zur Brücke sollen 200 Parkplätze auf zwei Ebenen entstehen. Die Anlage ist oben bepflanzt und nur von der Lahnseite aus als solche erkennbar.