Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 10.04.2000

Die Brücke
Eine Serie von Wolfgang Henss

Unendliche Geschichte mit Happy End

Weilburg Über kein anderes Weilburger Thema ist in den vergangenen Jahrzehnten in unserer Zeitung häufiger berichtet worden als über "Die Brücke". Hinter diesem Schlagwort verbergen sich nicht weniger als 36 Jahre Ringen um die Lösung der Verkehrsmisere. Heute steht fest: "Die Brücke" wird gebaut. Noch in diesem Jahr soll es losgehen, bis 2004 sollen die ersten Autos über die neue Lahnüberquerung fahren.

Doch "Die Brücke" ist nicht allein die von dem Münchner Professor Kurt Ackermann entworfene Bogenbrücke, die einmal in einer Höhe von rund 12 Metern die Lahn überspannen wird. Um das Projekt "Teilortsumgehung Weilburg im Zuge der B 456" gruppieren sich eine ganze Reihe von Baumaßnahmen, die das Gesicht der Stadt verändern werden. Vom neuen Rondell am Postplatz bis zur Tunneleinfahrt in der Weilstraße wird die Teilortsumgehung in das Stadtbild eingreifen. Das bedeutet natürlich auch eine rege Baustellentätigkeit und eine entsprechende Beeinträchtigung des Verkehrs während der Bauphase.

Aufwertung der Altstadt

In den nächsten fünf Jahren wird nicht nur die Weilburger Altstadt spürbar vom Verkehr entlastet. Die Stadt erwartet eine deutliche Aufwertung des historischen Stadtkerns, neues urbanes Leben, eine Renaissance der Residenzstadt als Einkaufsziel. Ein neues innerstädtisches Verkehrskonzept soll dazu seinen Beitrag leisten. Es wird deutlich: das 54-Millionen-Projekt beinhaltet viele Themen und Fragestellungen, leistet neben der Verkehrsentlastung auch seinen Beitrag zur Stadtentwicklung. In einer Artikelfolge will unsere Zeitung diesen Fragen nachgehen und das Projekt im Detail vorstellen.

Weilburg, Lahn, Teilortsumgehung Weilburg, Luftaufnahme der Altstadt; WT v. 10.04.2000

Um sie geht es: Die Weilburger Altstadt, nicht nur von der Lahn, sondern auch vom Autoverkehr eingerahmt und gefesselt. Die Teilortsumgehung kürzt die Trasse der Bundesstraße mit der Lahnüberquerung zwischen Landtor und Hallenbad erheblich ab

Diskussion um zweite Lahnbrücke

1964 wurde erstmals öffentlich über den Bau einer Osttangente nachbedacht, die Weilburg großräumig vom Verkehr entlasten sollte. In den Siebziger und Achtziger Jahren reduzierte sich die Diskussion auf eine innerörtliche Teilortsumgehung und konzentrierte sich besonders auf den Bau einer zweiten Autobrücke, um den täglich stärker werdenden Verkehrsstrom an der Altstadt vorbei zu lenken.

Weilburg, Lahn, Durchgangsverkehr, Niedergasse in den Siebziger Jahren; WT v. 10.04.2000

Ein Bild aus den Siebziger Jahren, das an Aktualität nicht verloren, sondern sogar noch zugenommen hat: der Autoverkehr quält sich durch die Altstadt, hier in der Niedergasse.

Eine Brücke am Hallenbad oder eine Brücke neben der Eisenbahnbrücke - an diesem Disput schieden sich zunächst die Geister. Das Stadtparlament entschied sich schließlich 1981 erstmals, in den folgenden Jahren immer deutlicher und 1994 einstimmig für die Variante G - eine Brücke, die Taunus- und Westerwaldseite zwischen Landtor und Hallenbad verbindet.

Gegenwind aus Behördenzimmern

Die Theorie war die eine, die Praxis die andere Seite. Denn trotz der eindeutigen Willensbekundungen der Stadtverordneten kam das Projekt nicht voran, geriet immer wieder ins Stocken, erlitt Rückschläge, ja, schien kaum noch realisierbar. Gegenwind kam nicht nur von Brückengegnern aus der Stadt, sondern auch von den Behörden. Nachdem der Denkmalschutz seinen Frieden mit der Planung gemacht hatte, türmte der Naturschutz große Barrieren auf, während die Blechlawine immer mehr zunahm.

Durchbruch im vergangenen Jahr

Dennoch - im vergangenen Jahr kam doch noch der Durchbruch, das Ende des Planfeststellungsverfahrens, die Sicherung der Finanzierung und das Baurecht - das Ergebnis unzähliger Diskussionen und Streitgespräche, Sitzungen aller Art von Gutachtern, Architektenwettbewerben, Aktionen und Veranstaltungen, Informationsbroschüren, Bürgerversammlungen, Behördenterminen, Demonstrationen.....