Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 18.04.2000

Die Brücke
Eine Serie von Wolfgang Henss

Die "Parkeinrichtung" am Landtor

Weilburg, Lahn, Plan der Zu- und Abfahrt Parkdeck; Foto: WT v. 18.04.2000

Fast am Schiffstunnel ist eine Ein- und Ausfahrt in das zweigeschossige Parkdeck geplant.

Weilburg. Nichts ist beständiger als die Veränderung. Dieser Spruch gilt auch für die Weilburger Teilortsumgehung.

Weilburg, Lahn, Plan oberer Ahäuser Weg; Foto: WT v. 18.04.2000

Der alte Ahäuser Weg bleibt als Sackgasse zur rückwärtigen Andienung der Häuser in der Frankfurter Straße erhalten.

Denn die Variante G hat in den vergangenen 20 Jahren mannigfache Veränderungen erfahren, bis im vergangenen August endlich der heiß ersehnte Planfeststellungsbeschluss unterzeichnet wurde. Bestandteil dieses Beschlusses ist auch der Bau eines zweigeschossigen Parkdecks am Landtor mit 200 Stellplätzen, aus Zuschussgründen offiziell "Parkeinrichtung" genannt.

Weilburg, Lahn, Modellfoto, Parkdeck von der Lahnseite mit Zu- und Abfahrt; Foto: WT v. 18.04.2000

Das Parkdeck im Modell. Die Zufahrten sind sowohl vom Weiltaltunnel als auch vom Ahäuser Weg und von der Bundesstraße aus zu erreichen. Die untere Ebene dient als Retentionsraum bei Hochwasser und wird im Bedarfsfall gesperrt.

Die Verwirklichung ist jedoch mittlerweile nicht mehr sicher. Denn wie unsere Zeitung berichtete, hat der Magistrat der Stadt Weilburg dem Stadtparlament empfohlen, aus Kostengründen auf den Bau des Parkdecks zu verzichten.

Folgt das Parlament dieser Empfehlung, spart die Stadt fast fünf Millionen Mark, ein Argument, an dem kein Stadtverordneter so einfach vorbei kommt. Andererseits hört man mittlerweile aus dem Rathaus wieder andere Töne. Die Parkplätze seien wie Brücke und Tunnel lebensnotwendig für die Stadt, hieß es zuletzt. Hinter den Kulissen geht es um die derzeit noch offenen Finanzierungsfragen.

Da die Entscheidung des Parlaments in dieser Frage noch offen ist, soll auch die Parkanlage in unserer Vorstellung der Teilortsumgehung nicht fehlen.

Das geplante Loch

Ausgangspunkt dieses Projekts war die Tatsache, dass zwischen der Stützmauer, die den Zubringer aus dem Weiltaltunnel und die Verlängerung des Ahäuser Weges zur Lahn hin abgrenzt, ein großes Loch bleibt, das es zu füllen gilt.

Im vorliegenden Fall wird es durch das zweigeschossige Parkdeck gefüllt. Falls das Weilburger Parlament den Bau verwirft, müsste der Hohlraum verfüllt werden, wohl zweckmäßigerweise mit dem Abraum aus dem benachbarten Tunnelbau.

Stand der Planung ist allerdings noch die Parkeinrichtung, die sowohl von der B 456 als auch vom Ahäuser Weg und vom Weiltaltunnel aus erreicht werden kann. Die untere Parkebene ist zur Lahn hin offen. Die Planung sieht vor, dass sie bei Hochwasser überflutet werden kann und rund 1400 Kubikmeter Wasser aufnimmt. Der Zu- und Abgang für die Fußgänger erfolgt über einen Treppenturm, der im Bereich der ehemaligen Tankstelle aus der Unterwelt an die Oberfläche stößt.

Weilburg, Lahn, Teilortsumgehung, Plan des Landtorplatzes und Parkdeckzu- und abfahrt; Foto: WT v. 18.04.2000

Die "Parkeinrichtung" wie das Parkdeck in der Behördensprache heißt, füllt den Zwischenraum zwischen dem ehemaligen Ahäuser Weg und der Stützmauer zur Lahnseite, die gleichzeitig die Anbindung der Weilstraße und des neuen Ahäuser Weges abgrenzt.

Im übrigen ist von der Parkeinrichtung von oben nichts zu sehen. Sie wird vollkommen abgedeckt und begrünt. Da sie auch der Straßenführung zur Anbindung der Landesstraße 3025 an die B 456 dient, beteiligt sich der Bund mit 48,4 Prozent (rund 5,7 Millionen Mark) am Bau der Parkeinrichtung. Einschließlich Nebenkosten hat die Stadt knapp 6,9 Millionen Mark zu finanzieren. Davon gehen Landeszuschüsse ab.

Das Land gewährt (bislang) für jeden Stellplatz bis zu 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten von 16 000 Mark. Das sind bei 200 Stellplätzen knapp 2,3 Millionen Mark. Zum Vergleich: Beim Bau des Parkdecks Mauerstraße bezuschusste das Land noch mit 70 Prozent bei 25 000 Mark zuwendungsfähigen Kosten pro Stellplatz.

Der alte Ahäuser Weg hinter den Grundstücken Frankfurter Straße 1, 3 und 5 wird Anliegerstraße. Das Portal des Schiffstunnels und die davor kreuzende Brücke werden von der Umgestaltung des Ahäuser Weges nicht berührt. Hier bleibt alles beim Alten.