Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 24.07.2002

130 Meter lange Verbindung zwischen Ahäuser Weg und Weilstraße

Am 5. August Baubeginn am Weilburger Tunnel

Von Mika Beuster (0 64 71) 93 80 28 redaktion.wt@mail.mittelhessen.de

Weilburg. (br) Rund 50 Weilburger kamen zu dem Informationsabend zum Straßentunnelbau, zu dem das Amt für Straßen und Verkehrswesen Dillenburg, in den Pfarrsaal der katholischen Kirche eingeladen hatte. Der Tunnel soll Im Rahmen der geplanten Teilortsumgehung eine direkte Straßenverbindung der Weiltalseite zum Ahäuser Weg herstellen.

Werner Laux, der Leiter der Projektgruppe Bau in der Weilburger Außenstelle des Amtes, informierte über das Vorhaben. Am 5. August um 11 Uhr werde zum Tunnelanschlag eingeladen, zu dem neben Vertretern aus dem öffentlichen Leben auch die Anwohner eingeladen seien, so Laux.

Patin des Tunnels sei Mechthild Schick, die Ehefrau von Bürgermeister Hans-Peter Schick. „Während der Bauzeit wird der Tunnel deshalb auch Mechthild-Tunnel heißen", so Laux. Die ersten Autos können, wenn alles planmäßig abläuft, Ende 2003 oder Anfang 2004 durch den Tunnel rollen".

Auf dem Podium waren Vertreter aller Beteiligten Firmen sowie Gutachter, die für Fragen der Anwohner zur Verfügung standen. Für den Bauherrn wird das Ingenieurbüro König, Heunisch und Partner die Bauaufsicht übernehmen. Der Vertreter des in Frankfurt am Main ansässigen Unternehmens, Dr. Michael Heunisch, betonte, dass das Unternehmen eine jahrzehntelange Erfahrung mit Projekten dieser Art habe.

Die eigentlichen Arbeiten unter Tage wird die Firma Schachtbau Nordhausen aus Thüringen übernehmen. Bauleiter Ronald Vogt wird in Weilburg die Bauarbeiten ab August koordinieren. Eberhard Anders erläuterte, dass seine Firma schon acht ähnliche Tunnels in Deutschland gebaut habe.

Sprengungen ab Anfang September

Der 130 Meter lange Weilburger Tunnel werde im Sprengverfahren vorgetrieben, und nicht ausgefräst. „Neueste Untersuchungen zeigen, dass durch diese Methode weniger Erschütterungen im Fels, und somit Schäden im Gestein und am Berg entstehen".

Die ersten Sprengungen sind Anfang September geplant. „Gesprengt wird nur tagsüber, bis 21 Uhr", teilte Bauleiter Vogt mit. Am Tunnel wird rund um die Uhr, auch feiertags gearbeitet. „So hat der Berg eine bessere Möglichkeit, sich auf die Veränderungen einzustellen, und Setzungen und Schädigungen werden vermieden. Nachts wird es kaum Baulärm geben", erklärte Vogt.

In Ausnahmefällen könne es zu Sprengungen auch nachts kommen, wenn eine Notsituation dies erfordere, dafür bat der Tunnelexperte aus Thüringen um Verständnis der Anwohner.

Weilburg, Lahn, Luftbild mit dem Bereich der Tunnelführungen; Foto: WT v. 24.07.2002

Wie die Markierung verdeutlicht, wird der Straßentunnel parallel zum Schiffstunnel gebaut.

Überwacht werden die Sprengarbeiten im Tunnel von öffentlich bestellten Sprengsachverständigen. Die Ingenieure Josef Hellmann und Dieter Fröhlich Lennestadt werden mit Messgeräten die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben für Erschütterungen beaufsichtigen. „Dazu ist es nötig, dass wir an einigen Häusern Messgeräte aufstellen", so Josef Hellmann. Diese würden dann Erschütterungen durch Sprengungen und Baumaßnahmen unter Tage ständig aufzeichnen.

Ab heute wird das Vermessungsbüro German Hüfner aus Würzburg ein außergerichtliches Beweisaufnahmeverfahren beginnen, welches vom Amt für Straßen und Verkehrswesen in Auftrag gegeben wurde.

Protokolle von Häusern über dem Tunnel

Die von einem Gutachter festgelegten Häuser und Anlagen, darunter auch die Heilig-Grab-Kapelle und der Kalvarienberg, werden von den Gutachtern in Augenschein genommen, und der derzeitige Zustand in Bild und per Sprechprotokoll festgehalten. So soll, falls es durch die Baumaßnahmen zu Beschädigungen kommt, eine Regulierung der Schäden möglich sein.

Betroffen seien nur wenige Anwohner, darunter der untere Teil der Frankfurter Straße, sowie die Heilig-Grab-Kapelle. Schon auf Höhe der katholischen Kirche seien mit keinen Beinträchtigungen mehr zu rechnen.

Vor Weihnachten sollen alle Sprengmaßnahmen abgeschlossen, versicherte Bauleiter Vogt. Falls Anwohner sich durch die Bauarbeiten gestört fühlten, könnten sie jederzeit mit ihm oder den Polieren vor Ort Kontakt aufnehmen.

Für das Amt für Straßen- und Verkehrswesen wird Projekt-Ingenieur Henning Pötz die Bauübersicht in Weilburg übernehmen, er steht ebenfalls als Ansprechpartner zur Verfügung. „Der Tunnelbau ist ein wichtiger Meilenstein im Zuge der Teilortsumgehung in Weilburg", erklärte Werner Laux. Unsere Vorgabe ist es, bis zum Hessentag 2005 mit allen wichtigen Bauarbeiten an der Umgehung fertig zu sein. Wir werden es auch schaffen".