Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 06.08.2002

Neben Lahnschleuse und Eisenbahnröhre

Startschuss für Bau des Weilstraßentunnels

Von Dieter Nobbe (0 64 71) 93 80 28 redaktion.wt@mail.mittelhessen.de

Weilburg. Eine für die Augen undurchdringliche Staubwolke stand gestern Mittag eine knappe Minute lang auf dem Ahäuser Weg und vernebelte den Anschlag, den eine Sprengladung verursacht hatte. Freilich offiziell und von Damenhand gezündet, denn die Tunnelpatin Mechthild Schick, Ehefrau des Weilburger Bürgermeisters, hatte damit den Höhepunkt der Feierlichkeit markiert, die sich fachgerecht in der Sprache der Mineure „Tunnelanschlag" nannte.

Weilburg, Lahn, Tunnelanschlag, WT v. 06.08.02, Foto: Dieter Nobbe; www.dinpress.de

„Wumms" - die erste Sprengladung ging am Ahäuser Weg hoch. Weiter gebaut wird von der Weilstraße. (3 Fotos: Dieter Nobbe, www.dinpress.de

Damit hat der Bau des Weilstraßentunnels begonnen. Er ist ein Teil der Teilortsumgehung Weilburgs, die die Bundesstraße 456 von der Altstadt auf eine neue Lahnbrücke verlegt und die Verbindung dahin von der Weilstraße aus schaffen soll.

Zahlreiche Prominenz hatte sich oberhalb der Einfahrt zum Schiffstunnel versammelt, an ihrer Spitze Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP), die CDU-Bundestagsabgeordnete Bärbel Sothmann, Kreistagsvorsitzender Robert Becker (CDU) und Kreisbeigeordneter Karl-Heinz-Stoll (SPD) sowie Vertreter des Regierungspräsidiums, des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), des Wasser- und Schifffahrtsamtes, der Kirchen, der Stadt Weilburg und der am Bau beteiligten Unternehmen.

Einzigartig: drei Tunnel nebeneinander

Weilburg, Lahn, Tunnelanschlag, WT v. 06.08.02, Foto: Dieter Nobbe; www.dinpress.de

Bürgermeister Hans-Peter Schick (rechts) konnte zum Tunnelanschlag viele Gäste begrüßen

Abteilungsdirektor Guntram Gumprecht, stellvertretender ASV-Präsident, eröffnete den Reigen der Redner und wünschte Weilburg ein baldiges Licht am Ende des neuen Tunnels. Nach Schiffs- und Eisenbahntunnel ist es der dritte Durchstich nebeneinander durch den Berg - „außergewöhnlich und einzig in Deutschland."

Minister Posch, erst zwei Tage zuvor als Teilnehmer der hr 1-Lahntalradtour in Weilburg, fügte den Wunsch an, die „Perle Weilburg" im „Lahntal als Leuchtturm des Tourismus in Hessen" möge sich weiter günstig entwickeln.

Dazu trage die Landesregierung auch weiterhin bei, wie die vier Millionen Euro für den neuen Tunnel zeigten.

Die Weilburger Pfarrer Albert Keller und Wilhelm Schmidt segneten das neue Bauvorhaben, ehe ihm Tunnelpatin Mechthild Schick als Vertreterin der Bergbau-Patronin Barbara „Glückauf" wünschte.

Weilburg, Lahn, Modell, Tunnel mit Parkhaus, WT v. 06.08.02, Mika Beuster

Im Weilburger Rathaus ist ein Modell der Teilortsumgehung mit dem Tunnel zu sehen. Nach links führt die Straße in Richtung eisenbahnübergang, nach rechts zum Landtor. Unter der Straße (rechts) werden Parkdecks entstehen. (Foto: Mika Beuster)

Vorher hatte Bürgermeister Hans-Peter Schick den Tunnelanschlag einen bedeutenden Meilenstein in der Stadtgeschichte und den Bau ein Jahrhundertereignis auch für Weilburgs Umgebung genannt. Ausführlich ging er auf das Zustandekommen vom fast 50 Jahre alten Wunsch an über die Diskussion verschiedener Bauvarianten bis zum ersten Spatenstich im Oktober 2000. Er dankte nicht nur den vielen Unterstützern des Projektes, darunter Abteilungsleiter Rolf Crone im hessischen Wirtschaftsministerium, sondern auch den Kritikern, die dazu beigetragen hätten, dass stadtverträglich gebaut wird.

Namenvorschläge für den Tunnel

Schick rief alle Menschen auf, Namensvorschläge nicht nur für den bis jetzt Weilstraßentunnel genannten zu machen, sondern auch für Eisenbahn- und Schiffstunnel oder auch für die neue Lahnbrücke.

Weilburg, Lahn, Tunnelanschlag, WT v. 06.08.02, Foto: Dieter Nobbe; www.dinpress.de

Minister Posch mit einer Statue der heiligen Barbara

Der Tunnelanschlag im Ahäuser Weg war symbolisch, denn der neue Tunnel wird von der anderen Seite, nahe der Doppelschleuse, zunächst gut 11 Meter in Tagebauweise und dann 119 Meter bergmännisch durch den Bergrücken unter der Frankfurter Straße getrieben.

Mit der Fertigstellung rechnet das ASV etwa Ende 2003 und schätzt die Verkehrsfreigabe für Anfang 2004.

Bereits Ende dieses Jahres soll der Tunneldurchschlag sein, wieder am Ahäuser Weg. Das heißt dann ebenso wenig „Durchstich" wie der gestrige „Anstich": „Den gibt es nur beim Fassbier," erläuterte einer der Bergmänner vor Ort.