Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 11.10.2002

Schreck für die Nachbarn der Baustelle

Bei Sprengungen im Weiltaltunnel fliegen die Brocken über die Straße

Von Christine Kissel (0 64 71) 93 80 29 redaktion.wt@mail.mittelhessen.de

Weilburg. Ein gewaltiger Schreck durchfuhr die Bewohner des Hauses in der Weilstraße 2, genau gegenüber der Baustelle des Weiltaltunnels, als bei den gestrigen Sprengungen Gesteinsbrocken auf die Straße flogen.

Weilburg, Lahn, WT v. 11.10.2002, Foto: Christine Kissel, Weiltaltunnel

Zur Zeit laufen die Bauarbeiten am Weilburger Weiltaltunnel auf Hochtouren (Foto: Christine Kissel)

Ein etwas größerer Brocken flog bis an die Hauswand und verfehlte knapp ein Fenster im Erdgeschoss. Durch den Aufprall des Steins an der Wand platzte der Putz stellenweise ab.

Dies ist nur eine Beeinträchtigung, die die Hausbewohner seit Beginn der Tunnelarbeiten ertragen müssen. Seit Anfang Oktober arbeiten die Bauarbeiter, nach Aussage von Regina Osada, fast rund um die Uhr.

Sogar an Sonn- und Feiertagen gehen die Arbeiten ohne Pause weiter, so dass die Bewohner, darunter auch eine 97-jährige kranke Frau, dem Lärm ständig ausgesetzt sind.

„Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass bei dem Brückenbauprojekt, für das man fast 20 Jahre gebraucht hat, um es zu beginnen, jetzt so viel Eile geboten ist, dass über meine Nachtruhe hinweggegangen wird", so Regina Osada.

Und weiter sagte sie, dass trotz eingebauter Schallschutzfenster der Krach ein ständiger Begleiter sei. „Vor kurzem riss mich der Baulärm nachts um 3.15 Uhr aus dem Bett, so die betroffene Hausbewohnerin.

Es ist aber nicht nur der Lärm, der Regina Osada stört, denn die Bauarbeiter befestigten zudem ohne vorherige Absprache mit der Hausbesitzerin Bolzen und Träger für Spiegel an der Hausfassade und auch die Parkplatzsituation ist sehr begrenzt.

Seit Anfang August haben sich Regina Osada und ihre Tochter in mehreren Briefen an das Amt für Straßenbau und Verkehrswesen gewandt, um eine Abstellung der Missstände zu erreichen.

Nach vier Briefen erhielt Familie Osada diese Woche eine erste Reaktion. Werner Laux zeigt sich in seinem Antwortschreiben zwar zu einem Klärungsgespräch bereit, lehnte aber die vorgeschlagenen Termine ab.

Regina Osada vermutet nun: „Er will damit nur Zeit schinden, damit die Bauarbeiten bis zum Gespräch schon weiter fortgeschritten sind und der Lärm weniger drastisch zu hören ist".