Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 22.03.2003

In den kommenden zwei Jahren ist Weilburg eine Großbaustelle

Der Fahrplan für die Umgehung steht

Von Wolfgang Henss (0 64 71) 93 80 30 w.henss@mail.mittelhessen.de

WeilburgDie Weilburger Teilortsumgehung existiert zwar erst in Fragmenten, aber der Fahrplan der Großbaustelle für die nächsten 21 Monate steht jetzt fest. Und damit auch der Zeitpunkt der Verkehrsfreigabe für das 28-Millionen-Euro-Projekt, von dem sich die Stadt soviel verspricht: Im November oder Dezember 2004 sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Weilburg, Lahn, Teilortsumgehung, Baustelle am Hallenbad, Foto: W. Hensss, WT v. 22.03.2003

Am Hallenbad werden die Fundamente für die so genannte Vorland Brücke vorbereitet. Die soll im Sommer stehen. Dann kommt die Bogenbrücke an die Reihe. Unsere Grafik rechts verdeutlicht den engen Zeitrahmen, in dem bis zur Verkehrsfreigabe Ende 2004 alle Bauwerke errichtet werden. Die Gesamtkosten betragen 28 Millionen Euro für eine Ausbaustrecke von rund 800 Meter. (Foto: Wolfgang Henss)

Ein ehrgeiziger und dicht gedrängter Termin-Kalender (siehe dazu die Grafik unten), den Werner Laux vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) und sein Mitarbeiter Henning Pötz sowie Weilburgs Bürgermeister Hans-Peter Schick jetzt vorstellten.

"Die Bevölkerung soll sich darauf einstellen können", sagte Werner Laux. Die erste Einschränkung, auf den sich die Autofahrer einstellen müssen: Der Ahäuser Weg wird ab der nächsten Woche zwischen Schiffstunnel und Einmündung Frankfurter Straße gesperrt. Denn für die Gründung der neuen Brücke und des Parkhauses ist eine rund 13 Meter tiefe Baugrube notwendig, die zum Ahäuser Weg hin verbaut werden muss. Die Umleitung, die erst im November aufgehoben wird (wenn der Tunnel für den Verkehr frei ist) erfolgt über den Karlsberg bzw. für den Lkw-Verkehr über 7,5 Tonnen großräumig über Braunfels und Leun-Lahnbahnhof.

Laux zeigte sich auch deshalb zuversichtlich, dass der Zeitrahmen eingehalten wird, weil für den Bau der Brücke und des Parkhauses mit der Firma Schnorpfeil aus TreisKarden (Mosel) ein im Großbrückenbau erfahrenes Unternehmen den Zuschlag erhielt. Und Erfahrung wird es brauchen, denn die von dem Architekten Ackermann entworfene Bogenbrücke wird noch ein Stück filigraner sein als die neue Ahäuser Brücke. Möglicherweise wird die Firma mit einem eigenen Betonmischwerk auf dem ehemaligen Görtz-Lagerplatz arbeiten. Immerhin geht es um eine Menge von 13 000 Kubikmeter.

Begonnen hat das ASV mit der europaweiten Ausschreibung für die Verblendung aller Stützmauern. Denn nach dem Ende der Bauarbeiten soll nirgends mehr blanker Beton zu sehen sein. Gemeinsam mit dem Magistrat will das Amt einen passenden Stein aussuchen. Im Sommer sollen die Arbeiten beginnen.

In den nächsten 12 Monaten soll die gesamte Westerwaldseite einschließlich der Neugestaltung der unteren Limburger Straße fertig sein. Der Postplatzkreisel soll zunächst nur provisorisch gestaltet werden.

Die Limburgerstraße wird im jetzigen Kreuzungsbereich mit der Bahnhofstraße um rund einen Meter abgesenkt. Etwas schwieriger gestaltet sich das in der Frankfurter Straße, wo das Niveau sogar um rund zwei Meter abgesenkt werden muss. Dabei werden die Häuser Frankfurter Straße 1 und 2 durch Stützmauern abgefangen. Wird der Verkehr in der Limburger Straße bei diesen Anschlussarbeiten durch Ampelverkehr geregelt werden können, so wird man in der Frankfurter Straße zunächst eine Fahrspur absenken und sie vermutlich durch das Einziehen einer Spundwand gegen die höher gelegenen Fahrbahnhälfte absichern.

Bürgermeister Schick betonte, dass alle Arbeiten in einer lebenden Stadt vor sich gehen werden. Niemals aber werde die Altstadt eine unerreichbare Insel sein. Die Stadt wird, wie jetzt auch im Ahäuser Weg, die Bauarbeiten durch die Verlegung von Kanal-, Wasser- und Gasleitungen begleiten. Schick bezeichnete die Bekanntgabe des jetzigen Fahrplans als einen herausragenden Moment. Denn die Umgehung sei seit 50 Jahren ein Thema in der Stadt gewesen. Die Verwirklichung bedeute nicht nur einen Schritt, sondern einen großen Sprung auch für die Region.

Die Weilburger und Besucher der Stadt erhalten während der Bauarbeiten quasi einen Logenplatz. Werner Laux kündigte den Aufbau einer Plattform im Bereich der früheren Tankstelle an, von der man die gesamte Baustelle überblicken kann.

Weilburg, Lahn, Teilortsumgehung, Terminplan, WT v. 22.03.2003

Terminplan, WT v. 22.03.2003