Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 21.07.2003

Neue Überraschung bei der Teilortsumgehung

Bohren bis ins Bodenlose

Von Wolfgang Henss (0 64 71) 93 80 30 w.henss@mail.mittelhessen.de

Weilburg Die Baustelle der Weilburger Teilortsumgehung ist immer wieder für eine Überraschung gut: Drang der Bohrer bei der Gründung der Widerlager für die neue Brücke zunächst auf fast nicht zu brechenden Widerstand des Diabas-Untergrundes, so offenbart sich jetzt der Untergrund am Gebück wie Pudding.

Weilburg, Lahn, Teilortsumgehung, Bohren bis ins Bodenlose,  WT v. 21.07.2003, Foto: W. Henss

Was anmutet wie die Überreste eines antiken Tempels, sind die Stützen für die so genannte Vorlandbrücke, die am Hallenbad vorbei zur neuen Lahnbrücke führt. Jetzt haben die vorbereitenden Arbeiten für den Überbau begonnen. In etwa drei Wochen soll nach Informationen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen auch der Bogen aus Stahl für die neue Bogenbrücke über die Lahn gestellt werden. (Foto: Wolfgang Henss).

”Wenn wir immer weiter bohren, kämen wir in die Hölle”, kommentiert Werner Laux vom Amt für Straßen-und Verkehrswesen etwas sarkastisch die unerwartete Wendung. Doch die Techniker und Ingenieure sind zuversichtlich, auch mit dieser Situation fertig zu werden. Wie Laux erläuterte, gibt es im Felsuntergrund eine Verwerfung und dazwischen nur weichen Boden.

Zauberwort Reibung

Das Zauberwort heißt jetzt Reibung. ”Wir müssen nun 14 bis 15 Meter lange Pfähle setzen, um mit der dadurch entstehenden größeren Reibung die gleiche Stabilität zu erreichen wie durch den Spitzendruck der auf die Felsen aufgesetzten Pfähle.”

Allerdings gilt das nicht für das benachbarte Parkhaus. Hier herrschen noch immer die gleichen knallharten Verhältnisse. Deshalb ist der Zeitplan dafür mit etwa sechs Wochen im Verzug. Laux gibt sich aber sicher, dass diese Zeit beim späteren Bau aufgeholt werden kann. Der Zeitverzug bei der Brücke spiele sei unwesentlich. Insgesamt brauche das Amt nicht vom ursprünglichen Zeitplan abzuweichen, ist sich Laux sicher.

Bis zum Frühjahr 2004 wird die Westerwaldseite komplett fertig sein. Mittlerweile ist die Submission für die umfangreichen Verblendungsarbeiten gelaufen. Das ASV hat den Auftrag mit einem Volumen von rund einer Million Euro vergeben. In vier Wochen sollen die Arbeiten starten, damit die Brüstungen rechtzeitig hergestellt sind, bevor die Straßenbauer dann mit dem endgültigen Ausbau der Trasse parallel zur Bahnhofstraße beginnen können.

Wenn der Tunnel Ende des Jahres in Betrieb geht, wird auch sofort der Mühlberg geschlossen und die dort vorgesehene Stützmauer gebaut.