Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 01.08.2003

Die Sperrung der Limburger Straße bringt den Verkehr zum Erliegen

Weilburger Baustellen-Marathon hat Höhepunkt erreicht

Von Dieter Nobbe und Sven Jessen (0 64 71) 93 80 29 redaktion.wt@mail.mittelhessen.de

Weilburg Zwischen Waldhäuser Weg und Landtor ging gestern nichts mehr: Auf dem Weg durch die Weilburger Innenstadt blieb Bussen, Last­wagen und Pkws, aber auch einigen mutigen Radfahrern nichts anderes mehr übrig, als sich am Ende der Blechkarawane anzustellen. Mit der eigentlich schon für Montag angekündigten Sperrung der Limburger Straße ist der Verkehr in Weilburg gestern zusammengebrochen.

Egal ob im Berufsverkehr oder in den etwas ruhigeren Mittagsstunden: Auf Krupp-, Wilhelm- und Bahnhofstraße, aber auch in Richtung Niedergasse lief der Verkehr nur äußerst zähflüssig. Für die Strecke zwischen dem Wald­häuser Weg und der Steinernen Brücke haben manche Verkehrsteilnehmer eine halbe Stunde gebraucht. Andere berichteten sogar von 59 Minuten für den Weg durch die komplette Innenstadt.

Der Grund für das Verkehrschaos war die Baustelle an der Kreuzung Limburger Straße/ Bahnhofstraße. Weil hier die Straße aufgerissen wird, kann der Verkehr nur über eine der beiden Fahrspuren geleitet werden. Die beiden Ampelanlagen, die den Verkehr auf der mehrere hundert Meter langen Strecke regeln sollten, schienen sich allerdings gegenseitig zu blockieren. Ein weiteres Problem waren Rückstaus: Die Solo-Fahrspur entlang der Baustelle war schon am Vormitag so oft verstopft, dass die Bauarbeiter dazu übergingen, den Verkehr selbst zu regeln.

Herbert Hartmann, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, kündigte gestern Nachmittag die Beschleunigung des Verkehrsflusses durch eine neue Vorfahrtsregelung an. Die Fahrzeuge auf der Umleitungsstrecke sollen Vorfahrt bekommen, Wagen aus Richtung Löhnberg künftig warten müssen. Eine solche Regelung würde die Ampelanlage am Bahnhof überflüssig machen.

"Wir sind am Scheitelpunkt der Bauarbeiten für dieses Jahr," bestätigte Bürgermeister Hans-Peter Schick die derzeitigen Aktivitäten auf den Straßen der Stadt, abgesehen von der Großbaustelle: Die Hainallee wird ausgebaut, der Marktplatz wird neu gepflastert, in der Limburger Straße werden Leitungen verlegt und der Platz am Denkmal erhält ein neues Aussehen.

Am Denkmal, der kleinsten der vier Baustellen, ist die marode Stützmauer zum Hainberg saniert worden. Bei dieser Gelegenheit wird der "Patchwork-Asphalt" durch ein schmuckes Pflaster wie neuerdings auf dem Marktplatz ersetzt. Mit den Arbeiten wurde ebenfalls die Heinrich Schlechtweg GmbH aus Sünna in der thüringischen Rhön beauftragt, die sich bei ihren Marktplatz-Arbeiten als sehr kompetent erwiesen hat, wie Bürgermeister Schick lobend hervorhebt.

Als seit vier Jahren beliebter Treffpunkt für Weilburger und ihre Gäste wird der Platz dann „altstadtgerecht" sein und besser aussehen, seine Funktioneh aber im Wesentlichen beibehalten: Als Parkplatz für Motorräder, für Autos (allerdings eingeschränkt), als beschaulicher Sitzplatz zu Füßen des Denkmals und nicht zuletzt für die Gäste des benachbarten Cafés. 42 000 Euro hat die Stadt für die Arbeiten an der Mauer und 250 Quadratmeter Pflaster eingeplant.

Die Arbeiten werden schon jetzt im Vorgriff auf die Zeit nach Fertigstellung der Teilortsumgehung und das Hessentagsjahr 2005 gemacht, sagte Schick. Noch mehr als jetzt schon wird er einer der Brennpunkte der Stadt sein, mit dem am 2. September 1875 (damals "Sedanstag" genannt) eingeweihten Denkmal und dem Reichsadler oben drauf, der für "Sieg und Tapferkeit" stand. Tapferkeit, das können Autofahrer, die auf der Westerwaldseite der Stadt im Stau stehen, in diesen Tagen auch gut brauchen.