Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 22.02.2004

Am 3. März eröffnet Minister Alois Rhiel den Mühlberg-Tunnel

Weilburg wird Drei-Tunnel-Stadt

Von Klaus Birk (0 64 71) 93 80 24 k.birk.wt@mail.mittelhessen.de

Weilburg Am Aschermittwoch ist alles vorbei" - was für die Karnevalisten gilt, das gilt noch längst nicht für den Bau der Weilburger Teilortsumgehung: An Aschermittwoch geht es erst so richtig wieder los - und zwar mit dem Abriss der ehemaligen Tankstelle Hof am Landtor. Das ist der Auftakt für eine ganze Reihe eng ineinander verzahnter Baumaßnahmen, die sich über das ganze Jahr hinziehen werden und an deren Ende kurz vor Weihnachten die Verkehrsfreigabe der kompletten Umgehung stehen soll. Ganz am Anfang dieser letzten Staffel findet sich jedoch ein wichtiger Termin: Ab dem 3. März werden Autos durch den neuen Mühlberg-Tunnel rollen können. Von diesem Tag an wird Weilburg einmalig sein: Die Residenzstadt ist dann die einzige Stadt auf der ganzen Welt, die über drei Tunnels direkt nebeneinander verfügt: Einen für Schiffe, einen für die Bahn und nun auch einen für die Straße.

Weilburg, Lahn, Teilortsumgehung, Weilburg wird Drei-Tunnel-Stadt, Foto: K. Birk  WT v. 22.02.2004

Schon Ende Februar geht es an der Kreuzung Limburger Straße/Bahnhofstraße/Postplatz wieder weiter. Die Stützmauern der neuen Trasse (im Vordergrund) sind bereits mit Natursteinen verblendet, die jetzige Bahnhofstraße (rechts) wird dann Sackgasse. Autofahrer müssen bis Ende Mai über Wilhelmstraße/ Kruppstraße fahren und können die Limburger Straße weiterhin stadteinwärts benutzen.

Die Eckdaten, die die Endphase beim Bau der Teilortsumgehung kennzeichnen, sind neben der Tunneleröffnung am 3. März die Fertigstellung der neuen Oberlahnbrücke im August/September, die Fertigstellung des neuen Parkhauses im Ahäuser Weg im September/Oktober und schließlich, sozusagen als Weihnachtsgeschenk, die Freigabe der gesamten Umgehung Mitte/Ende Dezember.

Dass dieser Zeitplan perfekt eingehalten wird, davon sind Werner Laux, Leiter der Außenstelle Weilburg des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Dillenburg und zugleich Projektleiter für die Teilortsumgehung, und Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) überzeugt.

"Wir werden eine Punktlandung bekommen", sagt Laux. "Zum Hessentag im Juni 2005 wird alles fix und fertig sein", sagt Schick.

Bis dahin wird den Autofahrern eigentlich nur an zwei Stellen in der Stadt ein wenig Geduld und Flexibilität abverlangt: Beim Bau des Anschlusses Limburger Straße und bei der Verkehrsführung in der Frankfurter Straße/Am Landtor. Beide Bereiche werden allerdings immer für den Verkehr frei sein.

"Nur", fügt Laux an, "man kann nicht 27 Millionen Euro verbauen - und keiner merkt etwas davon." Zuerst werden Autofahrer im Bereich der unteren Limburger Straße etwas davon merken: Zwischen Ende Februar und Ende Mai (dann sollen die Arbeiten fertig sein) wird die Fahrbahn abgesenkt und der Anschluss an die neue Trasse gebaut.

In diesem Zeitraum ist die Limburger Straße ab Kirmesplatz Einbahnstraße in Richtung Stadtmitte. Die Gegenrichtung wird über Wilhelmstraße/Kruppstraße geführt (dieser Bereich ist dann in beiden Richtungen befahrbar) - so, wie es im Herbst schon einmal war.

Weilburg, Lahn, Teilortsumgehung, Weilburg wird Drei-Tunnel-Stadt, Foto: K. Birk  WT v. 22.02.2004

Bauen am lebenden Objekt" nennt Bürgermeister Hans-Peter Schick das, was in der Frankfurter Straße passieren wird. Ab den Sommerferien wird die Fahrbahn vor dem Landtor abgesenkt und neu verlegt. Wie bereits jetzt werden die Autos dann etwas weniger Platz haben - aber während der Bauarbeiten in beiden Richtungen fahren können.

Start in den Sommerferien

Mit Beginn der Sommerferien folgt eines der schwierigsten Vorhaben der ganzen Umgehung: Der Straßenbau in der Frankfurter Straße mit Anbindung an Brücke, Tunnel und Parkeinrichtung. Die Sommerferien seinen ausgewählt worden, weil Weilburg dann 50 Prozent weniger Verkehrsaufkommen verzeichne, erklärt der Bürgermeister.

Die Arbeiten in der Frankfurter Straße werden sich bis Ende November hinziehen, allerdings wird auch während dieser Phase der Verkehr auf zwei Spuren fließen - so, wie es seit ein paar Wochen auch jetzt schon der Fall ist. Mal werden die Autos rechts an der Baustelle vorbeigeführt, mal links - je nach Baufortschritt.

Komplett neue Fahrbahndecke

Dabei wird die Frankfurter Straße zwischen Landtor und Bismarckstraße komplett neu aufgebaut, zwischen Bismarckstraße und Kubacher Weg wird die Fahrbahndecke abgefräst und ein neuer Belag aufgebracht.

Von den übrigen reichlich umfangreichen Arbeiten werden die Verkehrsteilnehmer dagegen so gut wie nichts spüren: Sowohl der Bau der Stützmauer zum Mühlberg (Mitte April bis Ende Juni) als auch der notwendigen Mauern an Landtor und Schlossgarten sowie der Fußgängerbrücke (Mitte Juni bis Mitte Oktober) tangieren den Verkehrsfluss nicht.

Kompliziert am Ablauf der kommenden Monate ist der Zeitplan: Die Baumaßnahmen sind verzahnt, erst wenn die Stützmauern fertig sind, können die Straßenbauer loslegen, erst wenn das Parkhaus fertig ist, kann das Gelände verfüllt werden erst wenn das geschehen ist, kann die neue Straßenführung gebaut werden und so weiter. "Wie werden in allen Phasen die Behinderungen für die Autofahrer so gering wie möglich halten", verspricht Laux. quot;Wir geben sogar Geld dafür aus, dass der Verkehr immer fließen kann."

Wenn die Autos über die neue Lahnbrücke fahren, dann folgt sozusagen noch die Kür: Dann wird am Postplatz und am Kubacher Weg jeweils ein Kreisverkehr entstehen; es werden die Landschaftsgärtner anrücken und die Anlagen bepflanzen und „Klein Nizza" wird wieder neu entstehen." Mit Bänken und einem Goethe-Denkmal", verspricht Hans-Peter Schick.