Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 04.03.2004

Gestern um 10.24 Uhr die 132 Meter lange Röhre in Betrieb

Verkehr rollt durch den Mühlbergtunnel

Von Wolfgang Henss (0 64 71) 93 80 30 w.henss@mail.mittelhessen.de

Weilburg . Seit gestern um 10.24 Uhr rollt der Verkehr durch den Mühlbergtunnel. Mit sechs Scheren durchtrennten Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Alois Rhiel (CDU), Weilburgs Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos), dessen Frau und Tunnelpatin Mechthild Schick, der Vizepräsident des Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen, Guntram Gumprecht, der Leiter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Dillenburg, Thomas Weber und Werner Laux, der Projektleiter des ASV für die Teilortsumgehung Weilburg das schwarz-rot-goldene Band vor dem Südportal des 132 Meter langen und rund 4,5 Millionen Euro teuren Tunnels.

Der unterquert die Frankfurter Straße in Höhe des alten Friedhofs und verbindet die Weilstraße direkt mit dem Ahäuser Weg. Nach der endgültigen Fertigstellung der Teilortsumgehung im Dezember wird er auch über das neue Parkhaus die Verbindung zur neuen Lahnbrücke und damit zur Bundesstraße 456 herstellen. In Anwesenheit vieler Bürger und Politiker, darunter auch Regierungspräsident Winfried Schmied (CDU), die Bürgermeister Rudersdorf (Beselich) und Sprenger (Weinbach) sowie Stadtverordnetenvorsteher Walter Frank (SPD) und dessen Vorgänger Norbert Dieth, beglückwünschte der Minister die Stadt zum neuen Tunnel und der im Bau befindlichen Teilortsumgehung. Sie werde die Innenstadt von der nicht mehr tragbaren Belastung von 20.000 Fahrzeugen täglich deutlich entlasten.

Dicke Bretter gebohrt

Rhiel machte Bürgermeister Schick und allen Beteiligten das Kompliment, dass sie in der Vergangenheit die Kraft „zum Bohren dicker Bretter” gefunden haben. Der Bau der Umgehung in dieser Form sei einmalig in Hessen und Deutschland. Die Gesamtkosten von rund 27 Millionen Euro seien beachtlich im Vergleich zum Straßenbudget des Landes von 270 bis 280 Millionen Euro. „Ein großer, großer Batzen, den Sie sich aber längst verdient haben”, sagte der Minister.

Geistlicher Segen

Bevor Tunnelpatin Mechthild Schick der Heiligen Barbara dankte, dass die 19-monatigen Bauarbeiten unfallfrei verliefen und die Geistlichen Hans Mayer und Guido Hintz den Tunnel segneten, bedankte sich Bürgermeister Hans-Peter Schick bei allen Beteiligten für die Fertigstellung des Tunnels, den er einen weiteren Meilenstein in der Stadtgeschichte und ein Schmuckstück für Weilburg nannte.

Der Tunnel entlaste nicht nur die Verkehrssituation in Weilburg, sondern schaffe auch kurze Wege für die Nachbargemeinden. Damit sei ein Etappenziel erreicht, in den kommenden Monaten warte aber noch viel Arbeit. Schick bat in diesem Zusammenhang um Verständnis. „Wenn wir etwas abreißen, wenn Straßen gesperrt werden, erfolgt dies nicht, um etwas zu vernichten, sondern um neues Leben zu gestalten. Die Teilortsumgehung wird eine Zierde unserer Stadt und künftig eine wesentliche Lebensader für Weilburg und die Oberlahn-Region”.

Schick nutzte die Anwesenheit des Ministers, angesichts der Verluste für Weilburg bei den zurückliegenden Verwaltungsreformen dafür zu werben, dass das Land als einen kleinen Ausgleich das Baubüro für den vierspurigen Ausbau der B 49 und für die Baumaßnahmen im Bereich des Kreises Limburg-Weilburg erhält. Außerdem bat er um einen zügigen Baubeginn für den 1. und 6. Abschnitt des Bundesstraßenausbaues, nachdem die Gemeinden Beselich, Merenberg und die Stadt Weilburg dafür das Baurecht geschaffen haben. Und schließlich nahm Alois Rhiel auch noch die Bitte des Bürgermeisters mit nach Wiesbaden, dass Bund und Land für 2004 und 2005 die Mittel zur Fortsetzung der Weilburger Stadtsanierung bereitstellen.