Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 16.04.2004

Wegen Fällung der Platanen

FDP und Grüne sind sehr empört

Weilburg (wt).  Die Weilburger Liberalen und die Weilburger Grünen haben in einer gemeinsamen Erklärung "mit Empörung" auf die Fällung der Platanen in der Bahnhofstraße reagiert und bewerten die Aktion als "großen Vertrauensbruch zwischen den Verantwortlichen und den Parteien und den durch sie vertretenen Bürgern".

Wie unsere Zeitung berichtete, hatten Stadt und Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) ihre ursprüngliche Absicht, den alten Baumbestand zu erhalten, aufgegeben, weil ein Teil der Bäume innen morsch sei. Bürgermeister Hans-Peter Schick und Werner Laux (ASV) hatten in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass die von allen Parteien akzeptierte Planung eine Ersatzpflanzung einer Lindenallee vorsieht. Sie soll im Herbst gepflanzt werden.

"Die im vergangenen Jahr gegebene Zusage des Erhalts der fast einhundert Jahre alten Platanen hatte viele positive Reaktionen in der Bevölkerung hervorgerufen", so der FDP-Ortsvorsitzende Hans Werner Bruchmeier. Nach Ansicht der Liberalen sei der Zustand der Platanen nur vorgeschoben oder spreche für absolutes Unverständnis der Verantwortlichen. "Platanen", so Bruchmeier, "stehen nicht über ihren Kern, sondern über den lebenden Außenring. Wäre der Sicherheitsaspekt wirklich gegeben, so müssten in Weilburg noch viele Platanen gefällt werden."

Armutszeugnis

Auch der Verweis auf den bestehenden Bebauungsplan ist nach Ansicht von FDP und Grünen ein Armutszeugnis für die Handelnden in dieser Frage. Jedes Gesetz lasse Wandlungen zu, hier sei aber nur nach dem Motto "Wie es das Gesetz uns befiehlt" gehandelt worden. Auch stelle sich die Frage, warum nicht noch einmal ein klärendes Gespräch vereinbart wurde, bevor die Motorsägen angesetzt wurden. Der grüne Stadtverordnete Hans-Jürgen Deuster meinte: "Mit dieser Aktion verspielen die Straßenbauer des ASV das mühsam aufgebaute Vertrauen bei den Weilburger Bürgern.

Die Akzeptanz für die Brücke, die auch bei den ehemaligen Gegnern des Projektes langsam wuchs, wird durch diese Nacht- und Nebelaktionen nicht gesteigert. Solche Alleingänge, wie sie die Verantwortlichen mit dieser unsinnigen Fällung der Platanen an den Tag legten, zeigen deutlich, dass die angebliche Mitsprache von Bürgern und Parlament nur bei großen Reden zu erkennen ist."

Meinungswandel

Noch bei der letzten Baustellenbegehung mit Weilburger Bürgern habe Bürgermeister Schick stolz berichtet, dass die Bäume in der Bahnhofstraße entgegen der alten Planung erhalten bleiben sollen. "Warum der plötzliche Umschwung, was sind die Gründe für diesen Meinungswandel und wer hat ihn letztlich beschlossen?" will Deuster wissen.

Das Misstrauen gegen die Verantwortlichen des Brückenprojektes sei nun größer denn je. Vertrauen wachse bekanntlich noch langsamer als Bäume.

Auch die Ankündigung, dass nun Linden in der Bahnhofstraße gepflanzt werden sollen, bewerten die Kritiker skeptisch.

Das im Stadtparlament mitabgestimmte Grünordnungskonzept der Stadt, nach dem Weilburg die Stadt der Linden, des Efeus und roter Geranien sei, habe man nicht so verstanden, dass hier baldmöglichst alle anderen Bestände entfernt würden. Grüne und Liberale fragen daher, wieso in der Hainallee schon Linden zwischen die Platanen gepflanzt wurden. "Die vielgepriesene Vielfalt in unserer Stadt wird durch Monokulturen nicht gerade gestärkt!"