Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 02.06.2004

Verkehr führt über neue Trasse

Neue "Erfahrung" für die Autofahrer

Von Wolfgang Henss und Dieter Nobbe (0 64 71) 93 80 29 redaktion.wt@mail.mittelhessen.de

Weilburg. Der 1. Juni 2004 dürfte in die Geschichte der Stadt Weilburg eingehen, zumindest in die Geschichte der Teilortsumgehung. Denn seit gestern um kurz nach 12 Uhr „erfahren” im wahrsten Sinne des Wortes die Autofahrer den Teilabschnitt der zukünftigen Altstadt-Umgehung zwischen Postplatz und neuer Oberlahn-Brücke. Damit haben die Bahnhofstraße und die Straße Am Postplatz als Ortsdurchfahrt ausgedient. Schon heute beginnt das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) mit dem Rückbau der beiden Straßen, die zukünftig Sackgasse und Fußgängerparadies sein werden.

Der zweite historische Moment vollzog sich drei Stunden später auf der neuen Brücke, als Bernd Abeln (CDU), Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, einen Zuwendungsbescheid des Landes in Höhe von 3,027 Millionen Euro an Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) übergab. Das ist der Anteil Hessens an den Baukosten für das Parkhaus neben der neuen Oberlahn-Brücke, das die Stadt für 198 Parkplätze derzeit baut. Das sind auch zur Freude des ebenfalls anwesenden Leiters des städtischen Amtes für Finanzen, Heinz Bördner, 70 500 Euro über dem von der Stadt erwarteten Betrag.

Zufrieden zeigten sich auch Amtsleiter Martin Weber, Projektleiter Werner Laux und Karl-Heinz Sänger vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen Dillenburg sowie die Landtagsabgeordnete Hildegard Pfaff (SPD).

Das Parkhaus soll zusammen mit der neuen Oberlahn-Brücke und der gestern für den Verkehr freigegebenen neuen Limburger Straße die Altstadt von Autos freihalten helfen, wie Staatssekretär Abeln erklärte: "Uns lag daran, zu der Lösung für eine historisch wertvolle und bedeutende Stadt beizutragen”, sagte Abeln und erwähnte auch die Verdienste des heimischen Landtagsabgeordneten und Finanzministers Karlheinz Weimar (CDU) um die Landesbeiträge für Weilburgs größte Baustelle. Hans-Peter Schick gab einen Überblick über die Geschichte der Teilortsumgehung und deren Finanzierung von 28,5 Millionen Euro, an denen die Stadt mit 4,5 Millionen Euro beteiligt ist. Der Löwenanteil des von der Stadt zu tragenden Betrages ist durch den jetzt bewilligten Zuschuss abgedeckt. Dazu komme ein Zuschuss von 178 500 Euro für Grunderwerb, Stützmauern, Gehwege und Bepflanzung. 1,3 Millionen Euro werden durch ein zinsloses Investitionsdarlehen des Landes finanziert.

"Die heute bewilligten über drei Millionen Euro sind der höchste Zuschuss, den die Stadt Weilburg je für eine Einzelmaßnahme erhalten hat", sagte Bürgermeister Schick.

Die Verkehrsteilnehmer in Weilburg müssen sich derweil an neue Wege gewöhnen, obgleich die bisherige Verkehrsführung bleibt - nur um rund 20 Meter zur Lahn hin verschoben. Das heißt: Vom Bahnhof kommend biegt der Verkehr jetzt nach links auf die neue Trasse ein, muss aber an der Einmündung der Limburger Straße dem in die Stadt fahrenden Verkehr Vorfahrt gewähren, bis er am ersten Brückenhäuschen nach links auf die Steinerne Brücke abbiegt. Der von der Steinernen Brücke kommende Verkehr fährt gerade über die neue Trasse bis Hallenbad und dann (in Richtung Limburg) über die Umgehung Wilhelmstraße/Kruppstraße.

Das alles ist nur vorläufig bis zum Anschluss der Limburger Straße und später bis zur endgültigen Verkehrsfreigabe der Teilortsumgehung. In den nächsten drei bis vier Wochen wird der Kreuzungsbereich vor dem früheren "Nassauer Hof” um rund einen Meter abgesenkt. Dabei müssen auch noch drei Postkabel in die neue Trasse verlegt werden. Leerrohre dafür liegen bereits.

Bis Ende Juni sollen alle Straßenbauarbeiten auf der Westerwaldseite vollendet sein.