Presseberichte zu Weilburg

Teilortsumgehung

Weilburger Tageblatt vom 23.12.2004

Seit gestern Mittag fließt der Verkehr über die neue Lahnbrücke

Keine besonderen Probleme nach der Eröffnung der Teilortsumgehung Weilburg

Von Wolfgang Henss (0 64 71) 93 80 30 w.henss@mail.mittelhessen.de

Weilburg. „Keine Probleme” meldete die Polizei gestern Abend: die neue Verkehrsführung in Weilburg hatte sich schon wenige Stunden nach der Freigabe der neuen Oberlahnbrücke und der Teilortsumgehung eingespielt.

Und das, obwohl es pünktlich zur Eröffnung zu schneien anfing. Kurz nach 13 Uhr durchschnitten der hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel (CDU), der Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Alfred Hartenbach (SPD), Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) sowie Bürgermeister Hans-Peter Schick das schwarz-rot-goldene Band und gaben grünes Licht für die seit Jahrzehnten geforderte Verkehrsentlastung der Weilburger Altstadt.

Für die Weilburger und viele Menschen aus dem Umland war der 22. Dezember 2004 ein Feiertag. Hunderte waren zur feierlichen Eröffnung an die Oberlahnbrücke gekommen. Bläserstücke der Weilburger Musikschule, der Kanonendonner der Bürgergarde und der Segen der Pfarrer Friedrich Heinrich Barkowski (evangelische Kirchengemeinde) und Hans W. Mayer (katholische Kirchengemeinde) begleiteten den historischen Augenblick, als die Menschenmasse die Brücke von der Westerwaldseite zur Taunusseite überquerte, während sich gleichzeitig zwei City-Busse in Bewegung setzten und als erste offizielle Fahrzeuge über die neue Trasse der Bundesstraße fuhren. Zur gleichen Zeit waren viele Helfer im Einsatz, um die Verkehrsschilder in nur wenigen Minuten auf den neuesten Stand zu bringen und die neue Verkehrsführung zu markieren. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Hessischen Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen, Dr. Jürg Sparmann, betonten Hartenbach und Rhiel, die sich später in das Goldene Buch der Stadt eintrugen, die entlastende Wirkung der neuen Straße für die Menschen und die Bausubstanz in der Weilburger Altstadt, durch die sich Jahrzehnte rund 20 000 Fahrzeuge täglich quälten. Jetzt soll diese Belastung um rund 85 Prozent gesenkt werden. Ein großer Tag war der gestrige Mittwoch auch im Leben von Bürgermeister Hans-Peter Schick. „Heute schreiben wir Geschichte”, war er überzeugt. Er verband seinen Rückblick auf die letzten Jahrzehnte des Kampfes für diese Brücke mit der Überzeugung, dass die Oberlahnbrücke und der Mühlberg-Tunnel das Leben in der Stadt und der Region entscheidend verändern werden. Die Altstadt könne aufatmen und durchatmen.

Der Bürgermeister nutzte aber auch die Gelegenheit, an die Eigeninitiative der Bewohner und Eigentümer zu appellieren, um die Altstadt nach vorne zu bringen. „Ab heute sind die Chancen gut”, sagte er. „Nur müssen alle Weilburger ihre Ideen, ihre Tatkraft und ihre Kontakte einbringen zum Wohl des Ganzen.”

Mit der Teilortsumgehung werde Weilburg noch einmaliger in der Welt, sagte Schick. Mit Blick auf die drei benachbarten Eisenbahn-, Schiffs-und Straßentunnel kündigte Schick für den Hessentag 2005 den ersten Weilburger Tunnel-Triathlon an. Schick bedankte sich schließlich bei Bund und Land für die großzügige Unterstützung bei der Finanzierung des Weilburger Jahrhundertbauwerks.

Die Grünflächen entlang der Bahnhofstraße und am Postplatz werden mit Rollrasen ausgestattet, so dass der Rasen bereits zum Hessentag strapazierfähig ist.

Die Landschaftsbauarbeiten beinhalten neben den Pflanzarbeiten auch die Verbesserung des Bodens, die Lieferung der Pflanzen, Oberbodenarbeiten, Rasenbau, Wegebau und Mauerarbeiten sowie Pflegearbeiten. Ebenfalls Bestandteil ist die Wiederherstellung des Bauerngarten im unteren Schlossgarten. Nach Abschluss der Bauarbeiten am neuen Parkdeck soll dort noch ein Rankgerüst zur Fassadenbegrünung angebracht werden.

Insgesamt werden 173 Hochstämme gepflanzt, 85 Einzelsträucher, 350 Kleingehölze und Ranker, 4600 Bodendecker, 400 Feldgehölze, 6300 Stauden, 1900 Blumenzwiebeln gesetzt sowie 7500 Quadratmeter Rasen und 6000 Quadratmeter Wiesenflächen angelegt.

Bürgermeister Hans-Peter Schick unterstrich, dass gerade die begleitende Bepflanzung die Kritiker der Teilortsumgehung widerlege.

Die Natur sei sogar der Gewinner. Weilburg sei eine Stadt im Grünen, in der während der Vegetationsphase Gebäude nur noch als Inseln herausragten. Auch bei der Teilortsumgehung gingen Baumaßnahmen und die Natur eine Ehe ein. Die Bepflanzung bilde das i-Tüpfelchen des Projektes.